Grenzah

Sonntag, 18. Oktober 2026

© 2026 Grenzah

Teil der GruppeMosaic Media

Entwickelt vonSponge — digital & design

Acht Jugendliche beenden Vier-Wochen-Experiment ohne Smartphone

Nach einem Monat ohne Smartphone ziehen Jugendliche Bilanz: Der Verzicht brachte Ruhe und Konzentration, aber auch praktische Probleme im Alltag. Eltern und Schule stehen bei der Mediennutzung vor großen Herausforderungen.

Acht Jugendliche haben einen Monat lang auf ihr Smartphone verzichtet. Das Experiment, das in einer fünfteiligen Videoserie dokumentiert wurde, ist nun zu Ende. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer berichten von gemischten Erfahrungen: Der Verzicht auf das Gerät habe ihnen Ruhe und Konzentration gebracht, zugleich aber auch den Alltag erschwert. Besonders die Rückkehr zum Smartphone wirft die Frage auf, wie sich die gewonnenen Erkenntnisse in den Alltag übertragen lassen.

In den ersten Tagen des Experiments zeigten sich die Jugendlichen und ihr Lehrer überrascht von den Veränderungen. Der Wegfall des Smartphones schuf Freiräume, die viele zunächst als befreiend empfanden. «Ich habe heute das erste Mal ein Freiheitsgefühl gespürt», beschrieb eine Teilnehmerin ihre Eindrücke. Die zweite Woche brachte dann spürbar mehr Ruhe und Konzentration. Doch ohne das Handy wurden Absprachen schwieriger, und Missverständnisse sorgten für Tränen. Ein Teilnehmer fasste die Lage mit den Worten zusammen: «Teilweise sitze ich einfach da und starre die Wand an.»

Die Erfahrungen der Jugendlichen zeigen, wie tief das Smartphone in den Alltag eingebunden ist. Ein Ersatzgerät mit Tasten stellte sich für viele als nervig heraus: «Was mich richtig nervt, ist dieses scheiß Tastenhandy!», sagte ein Beteiligter. Zugleich wurde deutlich, wie sehr Eltern und Schule beim Umgang mit Smartphones gefordert sind. Die Serie dokumentiert nicht nur die individuellen Erlebnisse der Jugendlichen, sondern auch die Erwartungen und Regeln, mit denen Familie und Schule auf die Mediennutzung reagieren.

Am Ende der vier Wochen steht die Frage, was die Jugendlichen über sich und ihre Handynutzung gelernt haben. Die Bilanz fällt differenziert aus: «Irgendwie war es total cool ohne das Handy», sagte eine Teilnehmerin. Der Verzicht habe gezeigt, dass es möglich ist, den ständigen Blick auf das Display zu unterbrechen. Gleichzeitig bleibt offen, wie nachhaltig diese Erfahrung wirkt, wenn die Smartphones zurückgegeben werden. Die Videoserie begleitet die Jugendlichen durch den gesamten Monat und zeigt, wie sich ihr Alltag, ihre Freundschaften und sie selbst verändert haben.

Das Experiment macht auf ein gesellschaftliches Spannungsfeld aufmerksam: Einerseits wächst die Sorge um exzessive Bildschirmnutzung und deren Folgen für Schlaf, Konzentration und soziale Kontakte. Andererseits sind digitale Geräte aus Schule, Freizeit und Freundschaften kaum wegzudenken. Die Erfahrungen der acht Jugendlichen liefern anschauliches Material für diese Debatte. Sie zeigen, dass ein bewusster Umgang mit dem Smartphone möglich ist, aber auch Anstrengung und Unterstützung erfordert. Für Eltern und Lehrkräfte bleibt die Aufgabe, Jugendliche bei einem verantwortungsvollen Umgang mit digitalen Medien zu begleiten, ohne sie dabei allein zu lassen.

7Aufrufe

Elena Mertens

Autor

Nachrichtenredakteurin

Elena Mertens berichtet für Grenzah über Politik, Gesellschaft, Wirtschaft, Kultur und aktuelle Ereignisse. Der Schwerpunkt liegt auf Prüfung, Kontext und verständlicher Einordnung.

Weiter im RessortGesellschaft