Alice Schwarzer stellt Magazin «Emma» nach fast 50 Jahren ein
Die Feministin Alice Schwarzer beendet ihr 1977 gegründetes Magazin «Emma». Die letzte Ausgabe soll am 8. Dezember erscheinen. Wirtschaftliche Gründe seien angeblich nicht ausschlaggebend.
Die Frauenrechtlerin und Publizistin Alice Schwarzer stellt ihr Magazin «Emma» ein. Die letzte Ausgabe des 1977 gegründeten Blatts soll am 8. Dezember erscheinen. Das kündigte die 83-Jährige an. Damit endet nach fast fünf Jahrzehnten eine der bekanntesten feministischen Publikationen im deutschsprachigen Raum.
Schwarzer begründete den Schritt mit den Worten: «Wir gehen, weil wir meinen: Es reicht!» Wirtschaftliche Gründe stecken nach Angaben der Feministin angeblich nicht dahinter. Die Entscheidung fällt somit zu einem Zeitpunkt, an dem das Magazin offenbar nicht aus finanzieller Notwendigkeit heraus aufgegeben wird. Über die genauen Umstände und die Zukunft des Verlags oder möglicher Nachfolgeprojekte machte Schwarzer zunächst keine weiteren Angaben.
Die erste Ausgabe von «Emma» war vor knapp 50 Jahren erschienen. Gegründet wurde das Magazin von Alice Schwarzer selbst, die zu den prominentesten Vertreterinnen der zweiten Frauenbewegung in Deutschland zählt. Über Jahrzehnte prägte «Emma» Debatten zu Gleichstellung, Frauenrechten und gesellschaftlichen Machtverhältnissen. Das Blatt verstand sich als Sprachrohr einer feministischen Öffentlichkeit und bot Themen Raum, die in etablierten Medien lange wenig Beachtung fanden.
Mit der Einstellung endet auch eine Ära der feministischen Publizistik, die eng mit dem Namen Schwarzer verbunden ist. Die Publizistin war nicht nur Gründerin, sondern über all die Jahre auch Herausgeberin und prägende Stimme des Magazins. Die letzte Ausgabe am 8. Dezember dürfte daher nicht nur für die Leserschaft, sondern auch für die Medienlandschaft im deutschsprachigen Raum ein symbolträchtiger Einschnitt sein. Ob und in welcher Form feministische Positionen künftig von anderer Stelle in vergleichbarer Weise publizistisch vertreten werden, ist offen.
Die Ankündigung fällt in eine Zeit, in der Printmagazine insgesamt unter veränderten Mediennutzungsgewohnheiten leiden. «Emma» erschien über Jahrzehnte in einer treuen Leserschaft und galt als institutionelle Größe der Frauenbewegung. Mit dem angekündigten Aus zieht sich eine der dienstältesten Protagonistinnen der deutschen Frauenrechtsbewegung aus dem laufenden Magazingeschäft zurück. Weitere Einzelheiten zu den Hintergründen der Entscheidung und zu einer möglichen Abschiedsausgabe wurden zunächst nicht bekannt.
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