Griechenland verbietet Social Media für Kinder unter 15 Jahren
Das griechische Parlament hat ein Social-Media-Verbot für Jugendliche unter 15 Jahren beschlossen. Ab 2027 sollen Alterskontrollen den Zugang zu sozialen Netzwerken sperren. Griechenland kommt damit einer geplanten EU-Regelung zuvor.
Griechenland führt ein Social-Media-Verbot für Jugendliche unter 15 Jahren ein. Das hat das griechische Parlament beschlossen. Ab dem Jahr 2027 sollen Alterskontrollen sicherstellen, dass Kinder und Jugendliche unter 15 Jahren keinen Zugriff mehr auf soziale Netzwerke haben. Mit dem Schritt kommt Griechenland einer geplanten Regelung auf EU-Ebene zuvor.
Die Alterskontrolle soll demnach nicht erst beim Anmelden greifen, sondern den Zugang zu den Plattformen von vornherein sperren. Wie die Kontrollen technisch umgesetzt werden, ist aus der Mitteilung nicht im Detail hervorgegangen. Klar ist jedoch der Zeitplan: Die Sperre soll 2027 in Kraft treten. Bis dahin müssen die zuständigen Stellen und die betroffenen Plattformen die nötigen Vorkehrungen treffen.
Hinter dem Beschluss steht die Regierungspartei Nea Dimokratia von Ministerpräsident Kyriakos Mitsotakis. Sie hatte das Vorhaben vorangetrieben und im Parlament durchgesetzt. Das Verbot ist Teil einer breiteren Debatte über den Schutz von Minderjährigen im Internet, die in mehreren europäischen Ländern an Bedeutung gewonnen hat. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie Kinder vor den Risiken sozialer Netzwerke geschützt werden können, ohne dass ihre Teilhabe an der digitalen Gesellschaft vollständig eingeschränkt wird.
Griechenland ist mit dem Schritt nicht allein. Mehrere Staaten prüfen vergleichbare Altersgrenzen für soziale Medien. Auf EU-Ebene gibt es Überlegungen, den Schutz von Minderjährigen im digitalen Raum einheitlich zu regeln. Griechenland setzt nun nationale Regeln, bevor eine gemeinsame europäische Lösung vorliegt. Für die betroffenen Familien bedeutet das eine klare Vorgabe: Kinder unter 15 Jahren sollen künftig keinen eigenen Zugang zu sozialen Netzwerken mehr erhalten.
Offen bleibt, wie wirksam die Alterskontrollen tatsächlich sein werden. Die Erfahrungen mit vergleichbaren Regelungen in anderen Ländern zeigen, dass die technische Umsetzung eine der größten Herausforderungen ist. Nutzerinnen und Nutzer müssen ihr Alter nachweisen, ohne dass dabei unnötig viele persönliche Daten erhoben werden. Datenschutz und Jugendschutz stehen dabei in einem Spannungsverhältnis, das die Politik noch auflösen muss.
Der Beschluss in Athen ist Teil einer wachsenden europäischen Debatte über die Verantwortung von Plattformen für junge Nutzerinnen und Nutzer. In der Schweiz und in Deutschland wird ebenfalls über Altersgrenzen und wirksamere Kontrollen diskutiert. Wie die Regelung in Griechenland praktisch funktioniert, wird daher auch über die Landesgrenzen hinaus aufmerksam verfolgt. Der Zeitplan bis 2027 lässt den Behörden und Unternehmen Raum, die Kontrollen vorzubereiten. Ob das Verbot die erhoffte Wirkung entfaltet, wird sich erst nach dem Inkrafttreten zeigen.
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