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Sonntag, 18. Oktober 2026

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Beratung: Hessen setzt zunehmend auch auf digitale Suchthilfe

Hessen baut digitale Suchthilfe aus: Deutlich mehr Registrierungen bei «DigiSucht»

Immer mehr Menschen in Hessen nutzen die Online-Beratung «DigiSucht». Die Zahl der Registrierungen ist seit 2024 stark gestiegen. Das Land fördert das anonyme Angebot mit gut 330.000 Euro und setzt auf speziell geschulte Beraterinnen und Berater.

Die digitale Suchthilfe in Hessen gewinnt deutlich an Bedeutung. Wie Gesundheitsministerin Diana Stolz (CDU) auf eine Anfrage des FDP-Landtagsabgeordneten Yanki Pürsün mitteilte, verzeichnete die Online-Plattform «DigiSucht» im Jahr 2024 insgesamt 544 Registrierungen. Im Jahr 2025 stieg die Zahl auf 982. Allein von Januar bis Juli 2026 wurden bereits 875 Registrierungen gezählt.

Das kostenlose und anonyme Angebot richtet sich an Menschen mit Problemen durch Alkohol, Glücksspiel oder Drogen sowie an deren Angehörige. Es lässt sich bequem über Smartphone oder Tablet nutzen. Allerdings führt nicht jede Registrierung automatisch zu einem Beratungsgespräch über das Internet. Diese Gespräche werden statistisch nicht erfasst, wie die Ministerin weiter erklärte.

Pürsün betonte in seiner Anfrage, das niedrigschwellige Angebot könne insbesondere Menschen den Zugang zur Suchthilfe erleichtern, die aus persönlichen, gesundheitlichen oder räumlichen Gründen eine klassische Beratungsstelle nicht unmittelbar aufsuchen können. Hessen ist zwar stark von Ballungsräumen geprägt, weist aber auch ländliche Regionen auf, in denen die Anfahrtswege zu fachlicher Hilfe lang sein können. Gerade dort kann die digitale Beratung eine wichtige Brücke schlagen.

Die Beraterinnen und Berater bei «DigiSucht» werden für das Internetangebot eigens geschult. Nach Angaben von Ministerin Stolz durchlaufen sie dafür zwei ganztägige Module. Zusätzlich findet einmal im Jahr ein Landesnetzwerktreffen für alle hessischen Berater statt. Der Austausch mit dem «DigiSucht»-Netzwerk erstreckt sich zudem auf 13 weitere Bundesländer.

Informationen über die Online-Beratung sind in Hessen bei klassischen Suchthilfestellen, in Jugendhäusern, Arztpraxen, Schulen und Behörden erhältlich. Die Öffentlichkeitsarbeit für «DigiSucht» soll nach den Worten der Ministerin weiterentwickelt werden. Für die Jahre 2024 bis 2026 stellt das Land insgesamt gut 330.000 Euro für das Projekt im Netz bereit.

Die steigenden Nutzungszahlen deuten darauf hin, dass digitale Beratungsangebote eine wachsende Rolle in der Versorgung suchtkranker Menschen spielen. Während in anderen Bundesländern über Kürzungen und den Abbau von Beratungskapazitäten diskutiert wird, setzt Hessen mit der Förderung von «DigiSucht» auf eine Ergänzung der klassischen Suchthilfe. Ob die Online-Beratung dauerhaft einen Teil der persönlichen Beratung ersetzen kann, bleibt offen. Die Landesregierung sieht in dem Angebot jedoch einen wichtigen Baustein, um Betroffene und Angehörige schneller und unkompliziert zu erreichen.

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Christoph Reichert

Autor

Politischer Korrespondent

Christoph Reichert berichtet für Grenzah über Politik, Gesellschaft, Wirtschaft, Kultur und aktuelle Ereignisse. Der Schwerpunkt liegt auf Prüfung, Kontext und verständlicher Einordnung.

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