Messner fordert Buchungssystem für die Dolomiten
Der Bergsteiger Reinhold Messner warnt vor den Folgen des Massentourismus in den Dolomiten und schlägt ein Reservierungssystem für die Alpen vor. Influencer würden den Bergen mehr schaden als nützen, so Messner.
Der Bergsteiger Reinhold Messner hat eine scharfe Kritik am Massentourismus in den Dolomiten geäußert und ein Buchungssystem für die Alpen gefordert. Die Berge seien «zu einem Konsumgut geworden», sagte Messner. Besonders Influencer, die in den sozialen Medien für immer neue Besucherströme sorgen, würden den Dolomiten mehr schaden als nützen. Mit seinem Vorstoß will der Südtiroler eine Debatte über die Zukunft des Bergtourismus anstoßen.
Messner, der zu den bekanntesten Bergsteigern der Welt zählt und die Dolomiten seit Jahrzehnten kennt, sieht in der ungebremsten Zunahme von Besuchern eine ernste Gefahr für die empfindliche Natur der Gebirgsregion. Die Berge würden zunehmend wie ein Freizeitpark behandelt, in dem jederzeit alles verfügbar sein müsse. Dieses Verhalten führe zu überfüllten Wanderwegen, belasteten Parkplätzen und einem wachsenden Druck auf die lokale Infrastruktur. Sein Vorschlag: Ein verbindliches Reservierungssystem, das die Zahl der Besucher in besonders gefährdeten Gebieten steuert und die Natur schützt.
Die Forderung nach einem Buchungssystem ist nicht neu, gewinnt aber durch die prominente Stimme Messners an Gewicht. In den Dolomiten, die zum UNESCO-Welterbe zählen, treffen jedes Jahr Millionen von Touristen auf eine fragile alpine Landschaft. Besonders in den Sommermonaten kommt es auf beliebten Routen immer wieder zu Engpässen. Einige Gemeinden und Schutzgebiete haben bereits erste Maßnahmen ergriffen, etwa zeitlich begrenzte Zugangsbeschränkungen oder Shuttle-Systeme. Ein einheitliches, grenzübergreifendes Reservierungssystem für die gesamten Alpen gibt es bislang jedoch nicht.
Messner argumentiert, dass ein solches System nicht nur dem Naturschutz dienen würde, sondern auch der Qualität des Tourismus. Wer einen Platz reserviere, plane seinen Besuch bewusster und erlebe die Berge intensiver. Zudem könnten die Einnahmen aus einem Buchungssystem in den Erhalt der Wege und in den Schutz der Landschaft fließen. Kritiker wenden ein, dass ein solches System den freien Zugang zu den Bergen einschränken und den Tourismus in strukturschwachen Regionen schwächen könnte. Die Diskussion darüber dürfte in Südtirol und darüber hinaus weiter an Fahrt aufnehmen.
Der Vorstoß fällt in eine Zeit, in der das Thema Overtourism in vielen europäischen Urlaubsregionen kontrovers diskutiert wird. In den Alpen suchen Verantwortliche nach Wegen, die Besucherströme besser zu lenken, ohne die wirtschaftliche Bedeutung des Tourismus zu gefährden. Messner positioniert sich mit seiner Forderung klar auf der Seite des Naturschutzes. Ob sein Plan umgesetzt wird, ist offen. Klar ist, dass die Debatte über die Zukunft der Berge längst nicht abgeschlossen ist.
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