Nach drei Großbränden in Zeven richtet Polizei Hinweisportal ein
Drei Großbrände in drei Nächten, drei Verletzte und ein Schaden von mehr als 1,5 Millionen Euro: Die Polizei in Zeven sucht mit einem digitalen Hinweisportal nach Zeugen und prüft einen Zusammenhang zwischen den Feuern.
Nach drei Großbränden innerhalb von drei Nächten in Zeven hat die Polizei ein digitales Hinweisportal freigeschaltet. Dort können Überwachungsvideos, Aufnahmen von Fahrzeugkameras oder Fotos hochgeladen werden, die Hinweise auf die Brände im Norden der Stadt im Landkreis Rotenburg oder auf verdächtige Beobachtungen enthalten. Das Portal ist unter erreichbar. Für weitere Hinweise bleibt die Telefonnummer 04281 9592 117 geschaltet.
Die Serie begann in der Nacht zum Samstag, als auf einem Parkplatz ein hochwertiges Elektroauto brannte. Verletzt wurde niemand, der Schaden wurde auf 150.000 Euro geschätzt. In der Nacht zum Sonntag brannten in unmittelbarer Nähe elf Autos an einer Reihenhausanlage. Die Flammen griffen auf zwei Häuser über. Eine 62-Jährige und ein 60-Jähriger retteten sich mit einem Sprung ins Freie und kamen schwer verletzt ins Krankenhaus. Eine Feuerwehrkraft wurde bei den Löscharbeiten leicht verletzt. Zwei Reihenhäuser sind derzeit unbewohnbar. Nach Polizeiangaben entstand ein Schaden von rund 750.000 Euro.
In der Nacht zum Montag brannten auf einem Firmengelände sechs Wohnmobile. Die Flammen griffen auf ein Einfamilienhaus über. Ein Angehöriger brachte die 89-jährige Bewohnerin unverletzt ins Freie. Der Schaden wurde auf rund 650.000 Euro geschätzt. Der Brandort liegt etwa 700 Meter von der zuvor betroffenen Reihenhausanlage entfernt. Insgesamt beläuft sich der Schaden auf mehr als 1,5 Millionen Euro.
Die Polizei prüft, ob die drei Brände zusammenhängen und ob es Verbindungen zu früheren Bränden in Zeven gibt. Vorsätzliche Brandstiftung könne nicht ausgeschlossen werden, hieß es. In allen Fällen ist die Ursache bislang unklar. Die Ermittlungen dauern an.
Die Polizei appellierte zudem an Schaulustige, Rücksicht auf die Anwohner zu nehmen. Es hielten sich über den Tag verteilt immer wieder zahlreiche Menschen auf, um die Brandorte anzusehen. Die Brände und die vielen Schaulustigen seien für einige Anwohner eine erhebliche Belastung. Die Polizei bat darum, Menschen und deren Wohnumfeld nicht zu fotografieren oder zu filmen, Absperrungen zu beachten und Einsatz- sowie Ermittlungsmaßnahmen nicht zu behindern. Für das unerlaubte Betreten beschlagnahmter Brandorte kündigte sie rechtliche Verfahren an.
Die Ereignisse haben in der Region für Verunsicherung gesorgt. Die Feuerwehr war in allen drei Nächten im Einsatz. Die Polizei hofft nun auf Hinweise aus der Bevölkerung, um die Ursache der Brände aufzuklären und mögliche Täter zu identifizieren. Das Hinweisportal soll dabei helfen, relevante Dateien schnell und unkompliziert zu übermitteln.
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