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Понедельник, 03. Август 2026Deutschland · Europa · Welt
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Gesellschaft

Queere Community fordert nach Anschlag im Berliner Tiergarten mehr Schutz

Nach dem islamistischen Anschlag im Berliner Tiergarten hat die queere Community bei einer Mahnwache am Tatort der Opfer gedacht und mehr Schutz gefordert. Rund 1.000 Menschen kamen; Rednerinnen und Redner verlangten unter anderem eine Grundgesetzänderung.

Queere Community fordert nach Anschlag im Berliner Tiergarten mehr Schutz
Nach Terroranschlag: Gedenken am Tatort: Queere Community fordert mehr Schutz
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Mit Tränen, Wut und klaren politischen Ansagen hat die queere Community an die Opfer des islamistischen Anschlags im Berliner Tiergarten erinnert. Nach Angaben der Berliner Polizei versammelten sich rund 1.000 Menschen am Sonntagabend an dem Tatort am Rande des Christopher Street Days (CSD), um gemeinsam zu trauern und ein Zeichen gegen Hass zu setzen. Bei der Mahnwache hatten unterschiedliche Gefühle Platz: Manche hatten Tränen in den Augen, andere waren wütend, viele riefen gemeinsam: «Liebe ist stärker als der Hass!»

Zu der Gedenkveranstaltung hatten der Verband Queere Vielfalt Berlin-Brandenburg (LSVD) und der LSVD-Bundesverband gemeinsam eingeladen. Sie fand gut eine Woche nach dem Terroranschlag statt, bei dem eine Frau getötet und 31 Menschen verletzt worden waren. Unter den Gästen befanden sich Vertreterinnen und Vertreter aus der Landespolitik, vom Regierenden Bürgermeister Kai Wegner (CDU) über die grüne Landesvorsitzende Nina Stahr bis zum SPD-Fraktionschef Raed Saleh. Das Wort erhielten nach dem Wunsch der Veranstalter jedoch ausschließlich Menschen aus der queeren Community selbst.

Julia Miosga vom CSD-Verein Berlin sagte, die queere Community lehne jede Form von Gewalt ab. «Rechte oder religiöse Ideologien verfolgen das Ziel, queere Menschen zu unterdrücken», betonte sie. Zugleich müsse islamistischer Terror klar und ohne Relativierung benannt werden. Ebenso klar müsse es sein, sich jedem Versuch entgegenzustellen, die Tat für Hass gegen Musliminnen und Muslime oder Menschen bestimmter Herkunft zu instrumentalisieren. «Was wir stattdessen brauchen, sind Besonnenheit und die Anteilnahme mit den Opfern und ihren Angehörigen», sagte Miosga. «Wir müssen unser Augenmerk auf die Dinge lenken, die uns als Gesellschaft, als queere Community einen.»

Patrick Müller-Kampa vom LSVD Berlin-Brandenburg mahnte, es reiche nicht, bei der Trauer stehen zu bleiben. «Wir brauchen endlich die ausdrückliche Aufnahme des Schutzes queerer Menschen in Artikel 3 des Grundgesetzes», forderte er. Zugleich sprach er sich für ein Berliner Gewalthilfegesetz aus, das queere Menschen ausdrücklich mitdenkt und sicherstellt, dass Betroffene von Gewalt die Unterstützung bekommen, die sie brauchen.

Doreen Hoffmann vom CSD Deutschland ergänzte, die Anteilnahme und Solidarität seien anhaltend riesig. «Das berührt mich sehr. Aber ich bin auch wütend», sagte sie. Sie sei wütend auf Extremisten, egal ob sie sich einer politischen Ideologie oder religiösem Fanatismus verschrieben hätten, und auf alle, die den Hass auf queere Menschen wieder salonfähig machten. Sie sei zudem wütend auf Politikerinnen und Politiker, die queere Rechte ständig infrage stellten und dann, wenn das Schlimmste passiere, betroffen wirkten. «Wir brauchen konsequenten Schutz, klare Haltung und politische Verantwortung», forderte Hoffmann.

Der Anlass der Mahnwache war ein Terroranschlag vom 25. Juli. Im Berliner Tiergarten fuhr der 21-jährige Attentäter mit einem Auto mehrere Passantinnen und Passanten an. Anschließend griff er, vermutlich mit einer Machete, weitere Menschen an. Eine Frau kam bei dem Angriff ums Leben, 31 Menschen wurden verletzt. Der Islamist wurde am Tag nach dem Anschlag von Polizisten in Berlin erschossen, als die Beamten ihn festnehmen wollten.

Die Veranstaltung am Sonntagabend diente der Anteilnahme mit den Opfern und ihren Angehörigen. Zugleich machten die Rednerinnen und Redner deutlich, dass die queere Community nach dem Anschlag nicht nur Mitgefühl, sondern auch politische Konsequenzen erwartet. Der Hass, so die gemeinsame Botschaft, soll nicht siegen.