Rheinland-Pfalz plant zwei Präventionsambulanzen für psychisch erkrankte Menschen
In Rheinland-Pfalz sollen zwei neue Präventionsambulanzen psychisch erkrankten Menschen frühzeitig helfen und drohende Gewalt verhindern. Das Gesundheitsministerium stellt jährlich rund zwei Millionen Euro bereit; die Ambulanzen entstehen am Landeskrankenhaus und am Pfalzklinikum.
In Rheinland-Pfalz sollen zwei neue Präventionsambulanzen psychisch erkrankten Menschen eine frühzeitige Hilfe bieten und dabei helfen, möglicherweise drohende Gewalt und Straftaten zu erkennen. Wie das Gesundheitsministerium in Mainz mitteilte, werden die Einrichtungen am Landeskrankenhaus und am Pfalzklinikum angesiedelt. Finanziert werden sie vom Gesundheitsministerium mit jährlich rund zwei Millionen Euro.
Das Angebot richtet sich an psychisch kranke Menschen, bei denen wegen ihrer Erkrankung ein erhöhtes Risiko für fremdgefährdendes Verhalten besteht. Gesundheitsminister Clemens Hoch (SPD) erklärte, es gehe darum, diese Menschen möglichst frühzeitig zu erreichen. Das Fachwissen der forensischen Psychiatrien im Land solle präventiv genutzt werden. Ziel sei eine spezialisierte Behandlung, noch bevor es zu einer Eskalation komme.
Mit den Ambulanzen reagiert das Land auf die wachsende Bedeutung der psychiatrischen Versorgung im Spannungsfeld zwischen individueller Erkrankung und öffentlicher Sicherheit. Die forensische Psychiatrie befasst sich mit psychisch kranken Menschen, die im Zusammenhang mit Straftaten stehen. Bislang kommt ihr Wissen vor allem nach Delikten zum Einsatz. Die neue Struktur soll dieses Wissen nun vorbeugend verfügbar machen.
Die beiden Standorte – das Landeskrankenhaus und das Pfalzklinikum – sind zentrale Einrichtungen der psychiatrischen Versorgung in Rheinland-Pfalz. Durch die Ansiedlung dort können die Ambulanzen auf bestehende klinische Erfahrung und Infrastruktur zurückgreifen. Die jährliche Finanzierung von rund zwei Millionen Euro soll einen dauerhaften Betrieb sichern.
Für Betroffene und ihre Angehörigen bedeutet das Angebot einen niedrigschwelligen Zugang zu spezialisierter Hilfe. Es soll verhindern, dass sich psychische Krisen zuspitzen und in Gewalt oder Straftaten münden. Zugleich soll die Allgemeinheit besser vor möglichen Gefahren geschützt werden. Das Ministerium betont, dass die Behandlung im Vordergrund steht und nicht die Bestrafung.
Ob die Ambulanzen tatsächlich präventiv wirken, wird sich in den kommenden Jahren zeigen. Erfahrungen aus anderen Bundesländern mit vergleichbaren Modellen werden in die Arbeit einfließen. Die genauen Abläufe und Kapazitäten der beiden Einrichtungen will das Land zu einem späteren Zeitpunkt bekannt geben.
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