Science-Fiction-Kongress in Mainz entwirft Zukunftsbilder für Rheinland-Pfalz
Rund 350 Gäste diskutierten beim Kongress der Zukunftsinitiative Rheinland-Pfalz über das Leben im Jahr 2045. Zukunftsforscher Max Irmer ließ das Publikum mit KI-Unterstützung eigene Visionen für Orte wie den Mainzer Dom oder die Porta Nigra entwickeln. Ministerpräsident Gordon Schnieder setzte in seiner Rede auf Bildung und Forschung.
Wie könnte Rheinland-Pfalz im Jahr 2045 aussehen? Mit dieser Frage haben sich rund 350 Gäste aus Wirtschaft, Wissenschaft, Politik, Kultur und Gesellschaft beim Science-Fiction-Kongress der Zukunftsinitiative Rheinland-Pfalz (ZIRP) in Mainz beschäftigt. Im Mittelpunkt standen Visionen von Robotern im Haushalt, begrünten Fassaden und autonomen Flugtaxis – aber auch die Frage, ob die Zukunft eher düster oder utopisch ausfällt.
Ministerpräsident Gordon Schnieder lobte in seiner Rede das Engagement rheinland-pfälzischer Unternehmen an weltweiten Projekten. Mit Blick auf das Thema Bildung setzte er auf die junge Generation, die bald die Zukunft gestalten werde. Er hoffe, dass die Forschung weiter vorankomme, sagte Schnieder. Vielleicht könne man dann noch selbst erleben, «dass wir bei der Krebstherapie Impfstoffe entwickeln, dass gerade diese schlimme Krankheit dann auch ein Ende gestellt wird». Die Unternehmen seien bereits da, «wir bereiten den Boden dafür, dass das auch ordentlich in die Zukunft getragen werden kann», erklärte der Ministerpräsident am Rande der Veranstaltung.
Im Anschluss betrat Zukunftsforscher Max Irmer die Bühne und zeigte, wie Rheinland-Pfalz in mehr als 15 Jahren aussehen könnte. Irmer trat bewusst zurückhaltend auf: Die Menschen vor Ort wüssten besser über ihre Region Bescheid, sagte er im Vorfeld. Sein Ansatz besteht darin, unterschiedliche Thesen und Bilder der Teilnehmenden zusammenzuführen. So entstehe eine erste Vorstellung davon, wie die Zukunft aussehen könnte. Zukunft lasse sich nicht vorhersagen, wohl aber gemeinsam entwerfen, betonte der Forscher.
In einem interaktiven Programm entwickelte das Publikum mit KI-Unterstützung eigene Zukunftsbilder. Ein Chatbot stellte wenige Fragen und führte so zu einer Vision für den jeweiligen Ort. Die Bilder bezogen sich auf typische Orte in Rheinland-Pfalz, etwa den Mainzer Dom, das Hambacher Schloss, die Porta Nigra in Trier, das Deutsche Eck in Koblenz oder die Moselschleife. Irmer setzt dabei vor allem auf visuelle Eindrücke: Die unterschiedlichen Bilder werden zusammengebracht und diskutiert. Während seines Vortrags animierte er das Publikum immer wieder, ins Gespräch zu kommen.
Der Zukunftsforscher möchte auf diese Weise Meinungen zusammenbringen und zeigen, dass die Zukunft gestaltbar ist. Bei den Zukunftsbildern würde er nach eigenen Worten gerne behaupten, Pessimismus und Optimismus lägen in der Waage. In anderen Workshops seien die Zukunftsbilder jedoch eher negativ ausgefallen, berichtete Irmer. Der Kongress machte damit deutlich, dass die Auseinandersetzung mit der Zukunft nicht nur technologische Fragen berührt, sondern auch davon abhängt, wie die Menschen in der Region ihre eigene Lebenswelt wahrnehmen und mitgestalten wollen.
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