Umfrage: 71 Prozent der Bayern schlafen zu wenig
Eine repräsentative Befragung im Auftrag der AOK Bayern zeigt: Nur knapp ein Drittel der Menschen im Freistaat erreicht die empfohlenen sieben bis neun Stunden Schlaf. Stress und psychische Belastungen gelten als Hauptursachen. Viele Betroffene leiden unter Einschlaf- oder Durchschlafproblemen und fühlen sich im Alltag weniger leistungsfähig.
Nur knapp ein Drittel der Menschen in Bayern schläft regelmäßig die medizinisch empfohlenen sieben bis neun Stunden pro Nacht. Das geht aus einer repräsentativen Umfrage im Auftrag der AOK Bayern hervor. Demnach erreichen 71 Prozent der Befragten dieses Optimum nicht. Ein knappes Drittel kommt sogar auf weniger als sechs Stunden Schlaf, fünf Prozent schlafen weniger als fünf Stunden. Zwischen Männern und Frauen gibt es bei der Schlafdauer kaum Unterschiede.
Deutliche Differenzen zeigen sich jedoch bei den Beschwerden. 62 Prozent der Frauen und 52 Prozent der Männer berichten von verzögertem Einschlafen oder zu frühem Aufwachen. Insgesamt gaben 57 Prozent der Befragten an, in den vergangenen drei Monaten wiederkehrende oder anhaltende Schlafstörungen gehabt zu haben. Ein knappes Drittel ist ein- oder mehrmals pro Woche von gestörtem Schlaf betroffen, 15 Prozent sogar fast jede Nacht. Rund vier von fünf Betroffenen haben Probleme mit dem Durchschlafen, die Hälfte mit dem Einschlafen, und 43 Prozent klagen über frühes Erwachen. Während Jüngere eher schlecht einschlafen, schlafen Ältere oft schlecht durch.
Die AOK Bayern bilanziert, Schlafprobleme seien längst kein Randphänomen mehr. Gesunder Schlaf sorge dafür, dass sich der Körper regeneriert, das Gehirn Erlebtes verarbeiten kann und man morgens erholt aufwacht. Reicht der Schlaf nicht aus, starten Betroffene bereits müde und erschöpft in den Tag. Entsprechend gaben 45 Prozent der Betroffenen an, sich im Alltag wenig belastbar zu fühlen, und 42 Prozent berichten von geringerer Leistungsfähigkeit bei der Arbeit oder im Studium. Nur elf Prozent spüren keine Auswirkungen ihrer Schlafprobleme auf Alltag, Gesundheit und Wohlbefinden.
Als Hauptursache für schlechten Schlaf nennen die Befragten Stress sowie psychische Belastungen im Alltag und im Beruf. Auch eine unangenehme Raumtemperatur und körperliche Beschwerden beeinträchtigen die Nachtruhe. «Ob und wie sich Stress auf den Schlaf auswirkt, ist von Mensch zu Mensch verschieden und hängt zum Beispiel von der individuellen Fähigkeit ab, Belastungen zu bewältigen», erklärt AOK-Expertin Annette Lutz. Wichtig sei, auf sich zu achten und zu erkennen, wann Schlafprobleme zur Belastung werden.
In Bayern hat bereits ein Viertel der Betroffenen ärztliche oder psychologische Beratung wegen Schlafproblemen gesucht. Sechs Prozent nehmen verschreibungspflichtige Medikamente zum Einschlafen ein. Die Ergebnisse der Umfrage unterstreichen, dass Schlafstörungen weite Teile der Bevölkerung betreffen und erhebliche Folgen für den Alltag haben können.
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