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Dienstag, 13. Oktober 2026

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Drohnenangriffe treffen zwei Frachter vor Bulgariens Küste

Zwei Frachtschiffe sind am Dienstag im Schwarzen Meer vor der bulgarischen Küste von Drohnen getroffen worden. Bulgariens Regierungschef Rumen Radev machte Russland verantwortlich, berief das Sicherheitskabinett ein und kündigte an, den russischen Botschafter in Sofia einzubestellen. Erst in der Vorwoche war ein Handelsschiff nach Drohnenbeschuss vor Rumänien gesunken, zwei Seeleute starben. Unterdessen verteidigte US-Präsident Donald Trump den russischen Präsidenten Wladimir Putin und forderte die Ukraine auf, sich um eine Einigung zu bemühen.

Zwei Frachtschiffe sind am Dienstag im Schwarzen Meer vor der bulgarischen Küste von Drohnen getroffen worden. Nach Angaben der bulgarischen Behörden handelt es sich um den unter maltesischer Flagge fahrenden Frachter «Chelsea 3» und das Schiff «Azov Concord». Über Verletzte oder Verwundete war zunächst nichts bekannt. Bulgariens Regierungschef Rumen Radev berief umgehend das Sicherheitskabinett des Landes ein und machte nach Medienberichten Russland für die Angriffe verantwortlich. Er kündigte an, die Lage mit Nato-Generalsekretär Mark Rutte zu beraten und den russischen Botschafter in Sofia einzubestellen.

Die Angriffe fallen in eine Phase erhöhter Spannungen im Schwarzen Meer. Erst in der Vorwoche war ein Handelsschiff nach Drohnenbeschuss vor der rumänischen Küste gesunken. Bei dem Unglück starben zwei Seeleute. Die Ukraine machte Russland für diesen Vorfall verantwortlich. Die erneuten Treffer vor Bulgarien dürften die Sicherheitslage in der Region weiter verschärfen und den Druck auf die Nato-Staaten an der Schwarzmeerküste erhöhen, ihre Schutzmaßnahmen für die Schifffahrt zu verstärken.

Unterdessen verteidigte US-Präsident Donald Trump den russischen Präsidenten Wladimir Putin und stellte sich nicht hinter die Ukraine. Auf die Frage einer Reporterin, was er dazu sage, dass Russland die von ihm selbst verkündete Energie-Waffenruhe verletzt habe, sagte Trump: «Nun, ich müsste mir das erst einmal ansehen, denn es gab Verstöße auf beiden Seiten.» Auf Nachfrage, wie er Putin zur Einhaltung der Waffenruhe bewegen wolle, erklärte Trump, er glaube, dass Putin eine Einigung erzielen wolle. Man müsse den ukrainischen Präsidenten dazu bringen, das ebenfalls zu wollen. Eine weitere Reporterfrage, wo er bei Putin die Bereitschaft für eine Einigung sehe, wenn dieser die Ukraine angreife, bügelte Trump ohne ein Wort der Kritik am Kreml ab: «Ich glaube, sie werden eine Einigung erzielen. Ich glaube tatsächlich, dass Putin mehr als Selenskyj daran interessiert ist, einen Deal zu machen.»

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte die USA zuvor aufgefordert, Russland zur Einhaltung der von Trump verkündeten und auf den Energiesektor begrenzten Waffenruhe anzuhalten. «Wir warten darauf, welche konkreten Schritte die Amerikaner bereit sind zu unternehmen», sagte Selenskyj in einer per Videoschalte auf dem Warschauer Sicherheitsforum übertragenen Rede. Man sei am Sonntag überrascht worden von Trumps Ankündigung. «Und direkt nach der Veröffentlichung des Beitrags führte Russland einen gezielten Angriff auf ein Kraftwerk in Charkiw durch, wodurch unser Energiesystem weiteren Schaden davontrug.» Die Ukraine sei mit einem Stopp von Angriffen auf Energieanlagen einverstanden, wenn Russland dies auch respektiere.

Russland meldete unterdessen die Abwehr eines Drohnenangriffs auf ein Industriegebiet in der Stadt Newinnomyssk in der südlichen Region Stawropol. Gouverneur Wladimir Wladimirow teilte über den Kurznachrichtendienst Telegram mit, der Angriff sei abgewehrt worden. Newinnomyssk ist unter anderem ein wichtiges Zentrum der chemischen Industrie.

In Polen sorgt ein Brand an einer Station des Satelliten-Internetanbieters Starlink weiter für Ermittlungen. Zwei türkische Staatsbürger sind in Deutschland im Zusammenhang mit dem Vorfall festgenommen worden, wie die polnische Regierung am Montag in Warschau mitteilte. «Die Täter dieser Sabotageaktion werden sich vor der polnischen Justiz verantworten müssen», schrieb Polens Ministerpräsident Donald Tusk auf der Plattform X. Der Brand an der Station im Zentrum Polens hatte sich im September ereignet und die Stromversorgung sowie den Notstromgenerator beschädigt. Polen geht von russischer Sabotage aus, um die Internetverbindung unter anderem für das ukrainische Militär zu stören.

Die Nato befasst sich derweil mit der Frage, wie sie im Ernstfall einen möglichen russischen Angriff auf Mitgliedsstaaten abwehren will. Nato-Oberbefehlshaber Alexus Grynkewich stellte auf dem Sicherheitsforum in Warschau ein neues Konzept vor. «Ich gehe nicht davon aus, dass ein Konflikt unmittelbar bevorsteht oder unvermeidlich ist. Das ist nicht der Fall», sagte Grynkewich. Einsatzbereitschaft erfordere aber, dass man für das plane, was möglich sei, und nicht nur für das, was wahrscheinlich sei. Seine als «Theory of Victory» bezeichneten Überlegungen sehen vor, einen möglichen Angreifer in drei Schritten militärisch zu besiegen.

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Dominik Zimmermann

Autor

Wirtschaftsanalyst

Dominik Zimmermann berichtet für Grenzah über Politik, Gesellschaft, Wirtschaft, Kultur und aktuelle Ereignisse. Der Schwerpunkt liegt auf Prüfung, Kontext und verständlicher Einordnung.

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