Ebola-Patientin aus Nigeria in die Schweiz ausgeflogen
Eine Schweizerin, die in Nigeria als erste Ebola-Patientin des Landes diagnostiziert wurde, ist unter strengen Schutzmaßnahmen in ihre Heimat gebracht worden. Die Schweizer Behörden betonen, dass für die Bevölkerung keine Gefahr bestehe.
Eine Schweizerin, die im westafrikanischen Nigeria als erste mit Ebola infizierte Patientin des Landes diagnostiziert wurde, ist in ihre Heimat zurückgebracht worden. Das bestätigten Schweizer Behörden und der nigerianische Gesundheitsminister Muhammad Ali Pate. Nach Angaben des Ministers verließ die Frau am Montagmorgen mit seiner Zustimmung die Hauptstadt Abuja in einem speziell ausgerüsteten Flugzeug unter strengen Schutzmaßnahmen. Begleitet wurde sie von ihrem Ehemann, einem Schweizer Diplomaten.
Die Patientin wird im Universitätsspital Genf behandelt. Ihr Ehemann wurde als Kontaktperson im Universitätsspital Zürich isoliert, wie das Schweizer Bundesamt für Gesundheit mitteilte. Die Behörde betonte, dadurch bestehe für die Schweizer Bevölkerung keine Gefährdung. Beide Kliniken verfügten über die nötige Infrastruktur und geschultes Personal, um Krankheiten wie Ebola zu behandeln.
Der Gesundheitszustand der Frau habe sich nach Angaben von Minister Pate klinisch deutlich verbessert. Sie sei stabil, bei Bewusstsein und kommunikationsfähig. Zugleich warnte er: Das bedeute jedoch nicht, dass sie nicht mehr ansteckend sei. Diese Einschränkung erklärt, weshalb die Überführung unter so strengen Vorkehrungen erfolgte und die Kontaktpersonen nun gesondert betreut werden.
Nigeria hatte am 20. Oktober den ersten Ebola-Fall im bevölkerungsreichsten Staat Afrikas bestätigt. Die Patientin war nach Angaben der Africa CDC, der afrikanischen Gesundheitsbehörde, per Flugzeug aus dem ostafrikanischen Uganda eingereist. Berichten zufolge wurde sie in Uganda geboren. Wo genau sie sich infiziert hat, wird nach Angaben der Africa CDC noch untersucht.
Der Fall steht im Zusammenhang mit einem großen Ausbruch in der Region. Uganda grenzt im Westen an die Demokratische Republik Kongo, wo seit Mitte Mai knapp 10.000 Ebola-Fälle und fast 5.000 Todesfälle gemeldet wurden. In Uganda gab es seit Beginn des aktuellen Ausbruchs insgesamt 20 bestätigte Fälle, die auf einen Patienten aus dem Kongo zurückgeführt wurden. Zwei Patienten starben. Uganda erklärte Ende August das Ende seines Ausbruchs, nachdem über 42 Tage kein neuer Fall erfasst worden war.
Auch im benachbarten Kenia gibt es aktive Fälle. Der erste dortige Patient war aus dem Kongo über Uganda eingereist. In der Hauptstadt Nairobi sind derzeit neun Ebola-Fälle registriert, darunter zwei Todesfälle. Die Ausbreitung über mehrere Ländergrenzen hinweg erklärt, warum die Behörden in Afrika und Europa die Entwicklung aufmerksam verfolgen.
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