Emiratische Behörden: Flydubai-Copilot plante Terrorakt
Der Copilot einer Flydubai-Maschine auf dem Weg von Dubai nach Tel Aviv hat nach Angaben der Generalstaatsanwaltschaft der Vereinigten Arabischen Emirate einen Terrorakt geplant. Der Mann griff den Piloten mit einer Notaxt an und verletzte ihn schwer. Passagiere überwältigten den Angreifer, die Maschine landete sicher in Saudi-Arabien. Der Verdächtige war zuvor bei Oman Air als Sicherheitsrisiko eingestuft und aus der Flugausbildung entfernt worden.
Der Copilot der Flydubai-Maschine, die am Mittwoch von Dubai nach Tel Aviv unterwegs war, hat nach Angaben der emiratischen Behörden einen Terrorakt geplant. Der aus dem Oman stammende Mann habe den Piloten im Cockpit mit einer Notaxt angegriffen und schwer verletzt, teilte die Generalstaatsanwaltschaft der Vereinigten Arabischen Emirate mit. Mehrere Passagiere drangen in das Cockpit ein und überwältigten den Angreifer, sodass die Maschine mit mehr als 170 Menschen an Bord später sicher landen konnte.
Nach Einschätzung der israelischen Regierung entging das Flugzeug nur knapp einem Terroranschlag. Der israelische Regierungschef Benjamin Netanjahu erklärte, der Copilot habe den Piloten niedergestochen, um das Flugzeug zum Absturz zu bringen. Der Pilot konnte nach eigenen Angaben trotz schwerer Verletzungen die Cockpit-Tür öffnen. Zwei dienstfreie Piloten, die sich an Bord befanden, übernahmen die Kontrolle und landeten die Maschine im saudi-arabischen Tabuk. An Bord waren 174 Menschen. Schwer verletzte Passagiere gab es nicht; zwei Besatzungsmitglieder wurden mit nicht näher bezeichneten Verletzungen in ein Krankenhaus gebracht.
Der Verdächtige war bereits vor dem Vorfall als Sicherheitsrisiko eingestuft worden. Mehrere Medien, darunter das «Wall Street Journal», berichteten, der Mann habe aufgrund extremistischer Ansichten im Oman nicht mehr fliegen dürfen. Laut CNN verlor der Copilot im vergangenen Jahr seine Stelle bei Oman Air, der nationalen Fluggesellschaft des Oman, nachdem bei ihm extremistisches Material gefunden worden war. Der saudiarabische Nachrichtensender Al-Arabiya berichtete unter Berufung auf eine informierte Quelle, die Behörden im Oman hätten festgestellt, dass der Copilot extremistische Ansichten vertrete. Der Mann habe sich auch eine Zeit lang in Syrien aufgehalten, was die Sorge geweckt habe, er könne dort von radikalen Gruppen beeinflusst worden sein. ABC News berichtete unter Berufung auf hochrangige Geheimdienst- und Strafverfolgungsbeamte, der Verdächtige sei bereits während seiner Ausbildung im Besitz extremistischer Materialien gewesen.
Die Ermittlungen zu den Umständen und Motiven dauern an. Nach Angaben von CBS News stellte eine Überwachung durch den omanischen Staat fest, dass der Mann radikale Internetseiten aufrief. Oman Air habe ihn daraufhin auf eine Bürostelle versetzt; eine CBS-Quelle sagte, er habe danach gekündigt und die Airline um 2024 verlassen. Ein Diplomat aus der Region bestätigte CNN die Abberufung aus der Flugausbildung. Zwischen Oman Air und Flydubai liegt offenbar eine weitere Station: Nach CNN-Informationen arbeitete der Mann von Juni 2025 bis Januar 2026 für Royal Air Maroc. Bei Flydubai sei er nur acht Monate beschäftigt gewesen, sagte ein israelischer Regierungsvertreter dem Sender. Flydubai habe ihn eingestellt, ohne ihn beim omanischen Staat überprüfen zu lassen, berichtet CBS News unter Berufung auf mehrere mit den Ermittlungen vertraute Personen. ABC News zufolge versuchen Ermittler derzeit zu klären, wie es dem Mann trotz des Flugverbots gelang, für Flydubai zu fliegen.
Aufmerksamkeit erregen zudem zwei Beiträge in einem LinkedIn-Profil, das eine CNN-Quelle dem Co-Piloten zuordnet. Sie erschienen am Mittwoch, rund neun Stunden nach dem Angriff; wer sie veröffentlichte oder ob sie vorab terminiert waren, ist offen. Zu sehen sind Cockpit-Aufnahmen einer Boeing 737 Max – dem Typ der betroffenen Maschine – sowie eine von CNN am Flughafen Dubai lokalisierte Sequenz, in der auf ein Flugzeug der israelischen El Al gezoomt wird. Nach CBS-Informationen endete ein solches Video mit einem Bild des 2022 getöteten Al-Qaida-Anführers Aiman al-Zawahiri.
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