Explosion zerstört Öllager in Nowoschachtinsk nach ukrainischem Angriff
Nach einem ukrainischen Drohnenangriff auf ein Ölterminal in Nowoschachtinsk ist es in der Nacht zu einer schweren Explosion gekommen. Das Feuer zerstörte mehrere Öltanks. Der Vorfall ereignet sich vor dem Hintergrund anhaltender gegenseitiger Vorwürfe und einer brüchigen Energie-Waffenruhe.
In der südrussischen Stadt Nowoschachtinsk ist in der Nacht ein Öllager durch eine schwere Explosion zerstört worden. Wie Augenzeugen berichten, stand das Terminal seit einem ukrainischen Angriff am 10. Oktober in Flammen und konnte nicht gelöscht werden. Nun hat das Feuer offenbar einen oder mehrere Öltanks erfasst und zur Explosion gebracht. Die Stadt liegt nahe der Großstadt Rostow am Don und gilt als wichtiger Knotenpunkt für die Verschiffung von russischem Öl. Die regionalen Behörden haben sich bislang nicht zu möglichen Opfern geäußert.
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat unterdessen nach russischen Raketenangriffen auf Kiew eine fehlende Vorwarnung durch die westlichen Verbündeten beklagt. «Zu diesem Angriff gab es leider keine Vorwarnung von unseren Partnern», teilte Selenskyj mit. Aufklärungsdaten über den Abschuss russischer ballistischer Raketen seien entscheidend, um Menschenleben zu retten. Er forderte wirksamen Druck auf Russland und betonte, die Ukraine brauche ein starkes Amerika, ein starkes Europa und Partner, «die wirklich helfen».
Unabhängig davon ereignete sich in der Region Pensa eine Explosion an der Erdgaspipeline «Zentralasien–Zentrum». Nach Angaben der Regionalregierung stieg eine bis zu 70 Meter hohe Stichflamme auf. Die Behörden sperrten die Leitung ab und unterbrachen den Gasfluss. Durch die Hitze geriet auch die umliegende Vegetation in Brand. Nach bisherigen Erkenntnissen gab es weder Tote noch Verletzte. Die Ursache der Explosion war zunächst unklar. Die betroffene Leitung gehört zum russischen Staatskonzern Gazprom und ist Teil eines rund 5.000 Kilometer langen Pipelinesystems, das Russland mit Kasachstan, Turkmenistan und Usbekistan verbindet.
Der litauische Ministerpräsident Mindaugas Sinkevičius hat unterdessen weitere ukrainische Angriffe auf russische Rechenzentren ins Gespräch gebracht. Beim Warschauer Sicherheitsforum sagte er, man solle Selenskyj bitten, weitere Rechenzentren in Russland anzugreifen, um Wahlen besser vor ausländischer Einflussnahme zu schützen. Sinkevičius sprach sich zudem für eine engere europäische Zusammenarbeit in der Verteidigung aus und forderte, die europäische Verteidigungsindustrie zu stärken und stärker von den Erfahrungen der Ukraine zu lernen.
Finnland hat ein EU-weites Verbot von Touristenvisa für russische Staatsbürger gefordert. Solange Russland seinen Angriffskrieg gegen die Ukraine fortsetze, sollten keine entsprechenden Visa mehr ausgestellt werden, erklärte Außenministerin Elina Valtonen. «Es ist nicht richtig, dass Russen nach Europa reisen und hier die Lebensart und Freiheiten genießen können, während ihr Land die Häuser von Ukrainern bombardiert», sagte sie. Im vergangenen Jahr stellten die Schengenstaaten russischen Staatsbürgern demnach fast 500.000 Touristenvisa aus. Finnland selbst schränkt die Vergabe von Visa für nicht notwendige Reisen bereits seit 2022 ein. Zudem will Helsinki strengere Visabeschränkungen für Personen aus dem Umfeld von Kremlchef Wladimir Putin, russische Sportler sowie aktive und ehemalige russische Kriegsteilnehmer durchsetzen.
Im Schwarzen Meer hat Bulgarien am Dienstag Drohnenangriffe auf zwei Schiffe vor seiner Küste gemeldet. Betroffen waren der unter maltesischer Flagge fahrende Frachter «Chelsea 3» und die «Azov Concord». Über Verletzte war zunächst nichts bekannt. Bulgariens Regierungschef Rumen Radev berief das Sicherheitskabinett ein und machte laut Medienberichten Russland für die Angriffe verantwortlich. Er wollte die Lage mit Nato-Generalsekretär Mark Rutte beraten und den russischen Botschafter in Sofia einbestellen. Bereits in der Vorwoche war ein Handelsschiff nach Drohnenbeschuss im Schwarzen Meer gesunken. Bei dem Unglück vor Rumäniens Küste starben zwei Seeleute. Die Ukraine machte Russland für die Angriffe verantwortlich.
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