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Flydubai-Vorfall: Hintergründe weiter unklar

Flydubai-Vorfall: Ermittlungen zu Motiv und Hintergründen laufen

Nach der gewaltsamen Auseinandersetzung im Cockpit eines Flydubai-Flugs von Dubai nach Tel Aviv haben die Vereinigten Arabischen Emirate Ermittlungen eingeleitet. Das Motiv des mutmaßlichen Angreifers, eines Piloten aus dem Oman, ist weiter unklar. Israel geht von einem Terroranschlag aus, Hinweise auf staatliche Beteiligung gibt es bislang nicht.

Nach der gewaltsamen Auseinandersetzung im Cockpit eines Passagierflugzeugs der emiratischen Fluggesellschaft Flydubai sind die Hintergründe weiterhin ungeklärt. Die Vereinigten Arabischen Emirate haben eine Untersuchung eingeleitet, das Motiv des mutmaßlichen Angreifers ist jedoch noch offen. Die israelische Regierung geht von einem dschihadistischen Terroranschlag aus, gesicherte Erkenntnisse dazu liegen bislang nicht vor.

Der Generalstaatsanwalt der Vereinigten Arabischen Emirate, Hamad Saif al-Schamsi, setzte nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Wam ein spezielles Ermittlungsteam ein. Die Untersuchung soll den Ablauf und die Hintergründe des Vorfalls klären und prüfen, ob ein Zusammenhang mit terroristischen Aktivitäten besteht oder ob die Tat geplant oder angeordnet wurde. Die emiratischen Justizbehörden sehen sich zuständig, da die Maschine in dem Golfstaat registriert ist und die emiratische Flagge führt.

Der Flug war am Mittwoch von Dubai nach Tel Aviv unterwegs, als es im Cockpit zu einer gewaltsamen Auseinandersetzung kam. Nach Angaben des israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu stach der Copilot auf seinen Kollegen ein. Die Maschine geriet Berichten zufolge in einen Sturzflug. Nachdem der mutmaßliche Angreifer überwältigt worden war, konnte das Flugzeug in Saudi-Arabien notlanden. Eine zweite Besatzung, die in der Kabine mitreiste, übernahm das Steuer.

Der Angreifer soll aus dem Oman stammen. Gesicherte Angaben zu seinem Motiv gibt es bislang nicht, auch seine genaue Absicht ist ungeklärt. Der Oman hat sich zu dem Vorfall bisher nicht geäußert. Auch Saudi-Arabien hielt sich zunächst bedeckt. Nach einer ersten israelischen Einschätzung gibt es keine Hinweise auf eine Beteiligung eines Staates oder einer Terrororganisation, berichtete der Sender Kan unter Berufung auf Sicherheitskreise.

Flydubai stellte seine Flüge von und nach Israel zunächst ein. Das israelische Verkehrsministerium kündigte an, Rückholflüge für israelische Passagiere zu starten, die in den Vereinigten Arabischen Emiraten warten. Die israelischen Fluggesellschaften El Al, Arkia und Israir sollen die Passagiere ab dem folgenden Tag zurückbringen. Die Maschinen sollen leer in die Emirate fliegen und mit den Israelis nach Israel zurückkehren, die ursprünglich mit Flydubai reisen wollten.

Bei dem Zwischenfall wurde der Pilot schwer verletzt. Der Inder Smit Machchhar wird in einem Krankenhaus in der Stadt Tabuk im Nordwesten Saudi-Arabiens behandelt und erhält dort die notwendige medizinische Versorgung, wie die indische Botschaft in Saudi-Arabien mitteilte. Eine ausführliche Einschätzung seines Gesundheitszustands stehe noch aus, nach bisherigen Angaben sei sein Zustand jedoch stabil. Man hoffe auf seine rasche Genesung.

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu und der indische Premier Narendra Modi hatten die Furchtlosigkeit des Piloten gewürdigt, der mutmaßlich von seinem Kollegen angegriffen worden war. Auf einem Video war zu sehen, wie der blutüberströmte Pilot mit Atemmaske auf dem Boden lag.

Der israelische Präsident Izchak Herzog teilte mit, er wolle vier der Passagiere, die bei der Überwältigung des Angreifers halfen, für die Präsidentenmedaille für Zivilcourage vorschlagen. Yaniv Hayun, Schota Musajew, Zivka Manes und Asaf Radschuan hätten sich in Gefahr gebracht, um andere zu retten, sagte Herzog nach Angaben seines Büros. Unter ihnen ist auch der Zahnarzt Musajew, der dem verletzten Piloten nach eigenen Angaben Erste Hilfe leistete. Auch eine Passagierin, die auf die Auseinandersetzung im Cockpit aufmerksam geworden war und Alarm geschlagen hatte, soll gewürdigt werden. Der Präsident verleiht den Preis, über die Empfänger entscheidet jedoch ein Komitee.

Musajew sagte dem Präsidenten, alle Passagiere an Bord seien Helden gewesen: «Wir haben uns gegenseitig im Flugzeug unterstützt und auch, als wir in Saudi-Arabien ankamen, und uns umeinander gekümmert, wie es sich gehört.» Radschuan sprach von einem «außergewöhnlichen Vorfall». Die Passagiere hätten sich zunächst hilflos gefühlt. «Aber es war alles Instinkt: zu überleben, die Familie, die Menschen und die Kinder zu retten.»

An Bord waren Medienberichten zufolge 174 Passagiere, darunter 27 Kinder. Sie wurden mit einem Ersatzflug von Tabuk nach Tel Aviv gebracht. Auch Deutschlands Außenminister Johann Wadephul und UN-Generalsekretär António Guterres zeigten sich erleichtert, dass Schlimmeres verhindert worden sei.

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Elena Mertens

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Nachrichtenredakteurin

Elena Mertens berichtet für Grenzah über Politik, Gesellschaft, Wirtschaft, Kultur und aktuelle Ereignisse. Der Schwerpunkt liegt auf Prüfung, Kontext und verständlicher Einordnung.

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