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Samstag, 24. Oktober 2026

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Großbrand in russischer Chemiefabrik nach ukrainischem Drohnenangriff

In der Nacht zum Samstag hat die Ukraine nach Augenzeugenberichten das Werk Toljattikautschuk in der Region Samara angegriffen. Die Fabrik gilt als wichtig für die russische Kautschukproduktion. Eine offizielle Bestätigung aus Kiew stand zunächst aus.

In der Nacht hat die Ukraine nach Augenzeugenberichten ein wichtiges Chemiewerk im russischen Toljatti in der Region Samara angegriffen. Auf Videos aus der Stadt sind kreisende Drohnen zu sehen, dazu Feuersäulen, die aus der Toljattikautschuk-Fabrik schlagen. Eine offizielle Bestätigung des Angriffs durch die ukrainische Seite lag zunächst nicht vor.

Die Fabrik hat für die gesamte russische Wirtschaft große Bedeutung. Dort wird etwa ein Viertel des in Russland produzierten synthetischen Kautschuks hergestellt. Dieser Werkstoff ist die Grundlage für die Produktion in vielen weiteren Wirtschaftszweigen. Noch mehrere Stunden nach dem Angriff zeigten Augenzeugenvideos in lokalen Telegram-Kanälen große Rauchsäulen über dem Werksgelände. Die Bilder deuten darauf hin, dass der Brand auch Stunden nach dem Einschlag nicht unter Kontrolle war.

Der Angriff reiht sich in eine Serie ukrainischer Schläge gegen Ziele im russischen Hinterland ein. Die Ukraine greift als Teil ihres Abwehrkampfes gegen den seit mehr als viereinhalb Jahren andauernden russischen Angriffskrieg regelmäßig solche Ziele an. Anfang September hatte Präsident Wolodymyr Selenskyj erklärt, dass der russische Luftraum faktisch geschlossen werde. Es werde einfach so viele Drohnen im russischen Luftraum geben, dass Russland dies berücksichtigen müsse. Diese Ankündigung bildet den Hintergrund für die jüngsten Angriffe im russischen Landesinneren.

Auch der Flugverkehr in Russland ist betroffen. Der größte Flughafen Moskaus, Scheremetjewo, brachte wegen Drohnenalarms Passagiere in Sicherheit. Während der Evakuierung war der Zugang zum Sicherheitsbereich aller Terminals eingeschränkt. Mitarbeiter halfen nach Angaben des Flughafens Menschen, Schutzorte aufzusuchen, und holten dafür auch Passagiere aus den Flugzeugen. Später wurde der Alarm wieder aufgehoben und die Passagiere konnten die Schutzräume verlassen. Auch die Luftfahrtbehörde Rosawiazija teilte mit, dass der Betrieb an allen vier Hauptstadtflughäfen vorübergehend eingeschränkt sei. Seit Wochen häufen sich laut Berichten die Probleme: Flugzeuge kehren auf dem Weg nach Moskau um oder landen an anderen Flughäfen in Russland, Passagiere sitzen zeitweise fest.

Am Rande des Kriegsgeschehens meldete Rumänien zudem einen tödlichen Zwischenfall auf See. Vor der rumänischen Schwarzmeerküste nahe der ukrainischen Grenze traf nach Angaben von Präsident Nicusor Dan erneut eine Drohne ein Handelsschiff. Ein Seemann kam ums Leben, neun wurden gerettet, nach drei weiteren Vermissten wurde gesucht. Das Schiff sei gekentert und drohe zu sinken, berichtete das Innenministerium in Bukarest. Dan sprach von einem weiteren Eskalationsversuch Russlands im Zusammenhang mit dem Angriffskrieg; ob eine russische Drohne das Schiff traf, sagte er nicht. Der Vorfall ereignete sich nach Medienberichten etwa 13 Seemeilen von Constanta entfernt, knapp außerhalb der rumänischen Hoheitsgewässer. Die Besatzung unter der Flagge der Komoren, zehn Ukrainer und drei Aserbaidschaner, konnte noch einen Notruf absetzen. Es ist das vierte Handelsschiff, das allein im Oktober vermutlich durch Drohnentreffer vor der rumänischen Küste verunglückt ist. Erst etwa eine Woche zuvor waren im Abstand von wenigen Tagen zwei Handelsschiffe nahe Sulina an der Mündung der Donau ins Schwarze Meer getroffen worden. Anfang Oktober war zudem ein weiteres Schiff mit ukrainischem Getreide nahe dem rumänischen Donau-Schwarzmeer-Ort Sfantu Gheorghe betroffen.

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Dominik Zimmermann

Autor

Wirtschaftsanalyst

Dominik Zimmermann berichtet für Grenzah über Politik, Gesellschaft, Wirtschaft, Kultur und aktuelle Ereignisse. Der Schwerpunkt liegt auf Prüfung, Kontext und verständlicher Einordnung.

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