Hacker kapern CDU-Mailkonto in Heilbronn und verschicken Phishing an Merz
Unbekannte sind in das E-Mail-Postfach des CDU-Kreisgeschäftsführers in Heilbronn eingedrungen und haben von dort Tausende betrügerische Nachrichten an Politiker verschickt, darunter Bundeskanzler Friedrich Merz. Die Polizei ermittelt wegen einer Betrugsmasche.
Unbekannte haben sich Zugang zum E-Mail-Konto der CDU Heilbronn verschafft und von dort aus Tausende Phishingnachrichten an Politikerinnen und Politiker verschickt. Unter den Empfängern war nach Angaben der Ermittlungsbehörden auch Bundeskanzler Friedrich Merz. Die Polizei geht von einer Betrugsmasche aus und hat die Untersuchungen aufgenommen.
Nach bisherigen Erkenntnissen drangen die Täter in das Postfach des CDU-Kreisgeschäftsführers in Heilbronn ein. Von diesem Account aus gingen die betrügerischen Nachrichten an rund 6500 Kontakte. Die Empfängerliste umfasst offenbar einen breiten Kreis politischer Adressaten, darunter neben dem Kanzler auch weitere Amts- und Mandatsträger. Die Nachrichten trugen den Absender des CDU-Kontos und wirkten dadurch für die Empfänger zunächst authentisch.
Die genaue Zahl der tatsächlich zugestellten oder geöffneten Mails ist bislang nicht bestätigt. Die Ermittler prüfen, wie die Täter an die Zugangsdaten des Postfachs gelangten und ob weitere Konten betroffen sind. Der Vorgang fällt in den Zuständigkeitsbereich der örtlichen Polizei, die nach eigenen Angaben von einem betrügerischen Hintergrund ausgeht und nicht von einem politisch motivierten Angriff auf die Partei.
Der Fall verweist auf eine wachsende Gefahr für Parteien und politische Organisationen, deren Kommunikation häufig über zentrale E-Mail-Konten läuft. Solche Postfächer enthalten oft umfangreiche Verteiler mit Adressen von Funktionsträgern, Mandatsträgern und Unterstützern. Geraten diese in falsche Hände, können Täter betrügerische Nachrichten in großem Stil im Namen einer vertrauenswürdigen Absenderadresse versenden. Für Empfänger ist die Herkunft solcher Mails oft schwer zu erkennen, weil sie tatsächlich vom gekaperten Konto stammen.
Die CDU in Heilbronn gehört zum Kreisverband im baden-württembergischen Wahlkreis Heilbronn. Der Kreisgeschäftsführer verantwortet dort die organisatorischen Abläufe und die Kommunikation des Verbands. Wie lange der Zugriff der Täter bestand und ob Daten aus dem Postfach abgeflossen sind, ist bislang unklar. Die Partei hat sich zu den Sicherheitsvorkehrungen in ihrem E-Mail-Verkehr zunächst nicht öffentlich geäußert.
Für die betroffenen Empfänger, darunter der Kanzler, stellt sich die Frage nach möglichen Folgeschäden. Phishingnachrichten zielen in der Regel darauf ab, Zugangsdaten, Zahlungsinformationen oder andere sensible Daten zu erbeuten. Ob die an Merz und andere Politiker versandten Mails solche Inhalte enthielten oder ob es sich um eine andere Form der Betrugsmasche handelte, ist nicht bestätigt. Die Polizei hat dazu bislang keine weiteren Einzelheiten genannt.
Der Vorfall reiht sich in eine Serie von Sicherheitszwischenfällen ein, bei denen politische Organisationen in Deutschland Ziel von Cyberangriffen werden. Die Ermittlungen dauern an. Ob und wann Ergebnisse vorliegen, ist offen.
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