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Samstag, 24. Oktober 2026

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Kim Jong Un besucht unangekündigt chinesische Grenzstadt Dandong

Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un ist am Samstag zu einem kurzen, nicht angekündigten Besuch in die chinesische Grenzstadt Dandong gereist und noch am selben Tag zurückgekehrt. Der Zweck der Reise ist bislang unklar.

Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un hat China einen unangekündigten Kurzbesuch abgestattet. Wie chinesische Staatsmedien berichteten, reiste er am Samstag in die Grenzstadt Dandong und kehrte noch am selben Tag nach Nordkorea zurück. Weder Pjöngjang noch Peking hatten den Besuch vorab angekündigt.

Nach Angaben chinesischer Staatsmedien soll Kim über die große Grenzbrücke New Yalu River Bridge eingereist sein. Die Brücke wurde bereits 2014 fertiggestellt, aber erst vor Kurzem, am 15. Oktober, offiziell eröffnet, also zwölf Jahre nach ihrer Fertigstellung. Sie soll die wirtschaftlichen Verbindungen zwischen China und dem international weitgehend isolierten Nordkorea stärken. Gerade diese Verbindung macht den Übergang an dieser Stelle zu einem Knotenpunkt zwischen beiden Staaten.

Unklar blieb zunächst, warum Kim nach China reiste und wen er dort traf. Aus südkoreanischen Regierungskreisen hieß es am Samstag: „Es scheint, dass Kim Jong Un über die New Yalu River Bridge in Dandong, China, eingetroffen ist.“ Die Zeitung „Korea JoongAng Daily“ berichtete unter Berufung auf südkoreanische Regierungskreise, Kim sei bei seiner Ankunft vom chinesischen Ministerpräsidenten Li Qiang begrüßt worden. Ein südkoreanischer Abgeordneter äußerte sich ähnlich. Diese Angaben sind bislang nicht von offizieller chinesischer Seite bestätigt.

Die staatliche chinesische Nachrichtenagentur Xinhua berichtete nicht von einem solchen Treffen und auch nicht von einer Begegnung mit Staatschef Xi Jinping. Laut Xinhua begleitete Chinas oberster politischer Berater Wang Huning Kim in Dandong. Am Ende seines Besuchs verabschiedete er ihn an der Yalu-Brücke. Die Agentur beschrieb damit einen Ablauf, der sich deutlich von den Darstellungen südkoreanischer Kreise unterscheidet.

China ist Nordkoreas größter Handelspartner und ein wichtiger politischer und diplomatischer Unterstützer der Führung in Pjöngjang. Die Kurzreise fällt in eine Phase, in der die Beziehungen zwischen beiden Staaten besonders aufmerksam beobachtet werden. Welche Gespräche in Dandong geführt wurden und ob der Besuch Folgen für Handel oder Diplomatie hat, ist bislang offen.

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Franziska Thielmann

Autor

Reporterin

Franziska Thielmann berichtet für Grenzah über Politik, Gesellschaft, Wirtschaft, Kultur und aktuelle Ereignisse. Der Schwerpunkt liegt auf Prüfung, Kontext und verständlicher Einordnung.

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