Medizin-Nobelpreis für zwei deutsche Forscher und einen US-Amerikaner
Peter Hegemann und Georg Nagel aus Deutschland sowie Karl Deisseroth aus den USA erhalten den Nobelpreis für Medizin für ihre Entdeckungen in der Optogenetik.
Der Nobelpreis für Medizin geht in diesem Jahr an zwei deutsche Wissenschaftler und einen US-amerikanischen Forscher. Wie das Nobelpreis-Komitee in Stockholm mitteilte, werden Peter Hegemann und Georg Nagel gemeinsam mit Karl Deisseroth für ihre Entdeckungen auf dem Gebiet der Optogenetik geehrt.
Die Optogenetik ist eine vergleichsweise junge Forschungsrichtung, die Methoden der Optik und der Genetik kombiniert. Mit ihrer Hilfe lassen sich bestimmte Zellen – insbesondere Nervenzellen – durch Licht gezielt an- und abschalten. Dazu werden lichtempfindliche Proteine in die Zellen eingebracht, die dann auf Lichtreize reagieren. Diese Technik hat die Neurowissenschaften in den vergangenen zwei Jahrzehnten grundlegend verändert, weil sie es ermöglicht, die Funktion einzelner Zellverbände im lebenden Organismus präzise zu untersuchen.
Die beiden deutschen Preisträger forschen an renommierten Einrichtungen. Peter Hegemann ist an der Humboldt-Universität zu Berlin tätig, Georg Nagel an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg. Der US-Amerikaner Karl Deisseroth arbeitet an der Stanford University in Kalifornien. Gemeinsam haben sie die Grundlagen für die Optogenetik gelegt und damit ein Werkzeug geschaffen, das heute weltweit in der biologischen und medizinischen Forschung eingesetzt wird.
Die Bekanntgabe in Stockholm erfolgte im Rahmen der alljährlichen Nobelpreis-Vergabe, die in mehreren Kategorien stattfindet. Der Medizin-Nobelpreis ist traditionell der erste, der bekannt gegeben wird. Die feierliche Verleihung findet wie üblich am 10. Dezember statt, dem Todestag des Stifters Alfred Nobel. Die Preisträger erhalten eine Medaille, ein Diplom und eine Geldsumme, die in diesem Jahr bei rund einer Million Euro liegt und unter den drei Geehrten aufgeteilt wird.
Die Auszeichnung würdigt eine Forschungsleistung, die weit über die Grundlagenwissenschaft hinaus Bedeutung hat. Die Optogenetik erlaubt es, neuronale Schaltkreise mit bisher unerreichter Präzision zu manipulieren. Dadurch können Forscher besser verstehen, wie das Gehirn funktioniert und wie Erkrankungen des Nervensystems entstehen. Langfristig könnten daraus neue Therapieansätze entstehen, etwa für Parkinson, Epilepsie oder Depressionen. Noch ist die Methode vor allem ein Forschungsinstrument, doch die medizinische Anwendung wird intensiv vorangetrieben.
Für Deutschland ist die Ehrung ein wichtiger Erfolg. Zwei der drei Preisträger sind hierzulande tätig, was die Bedeutung der deutschen Grundlagenforschung unterstreicht. Die Universitäten in Berlin und Würzburg gehören zu den führenden Einrichtungen auf dem Gebiet der Neurobiologie und der optischen Technologien. Die Auszeichnung dürfte auch die Diskussion über Forschungsförderung und den Standort Deutschland befeuern.
Die Nobelpreis-Vergabe wird in den kommenden Tagen fortgesetzt. In dieser Woche werden weitere Preise in den Kategorien Physik, Chemie, Literatur, Frieden und Wirtschaftswissenschaften bekannt gegeben. Die Entscheidungen des Nobelkomitees werden jedes Jahr mit großer Spannung erwartet, da sie nicht nur wissenschaftliche Exzellenz würdigen, sondern auch gesellschaftliche Debatten anstoßen können.
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