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Mehr als 5.000 Festnahmen bei Schülerprotesten in Frankreich

Bei den anhaltenden Schülerprotesten in Frankreich sind seit Montag mehr als 5.000 Menschen festgenommen worden, die meisten von ihnen minderjährig. Innenminister Laurent Nuñez spricht von einem «erheblichen Ausmaß» und macht soziale Netzwerke sowie die Linke für die Mobilisierung verantwortlich. Schülervertreter distanzieren sich von der Gewalt, wollen aber weiter protestieren.

Bei den seit Tagen andauernden Protesten französischer Schülerinnen und Schüler sind nach Angaben von Innenminister Laurent Nuñez mehr als 5.000 Menschen festgenommen worden. Allein am Freitag seien 1.747 Personen in Gewahrsam genommen worden, am Donnerstag 1.954, sagte der Minister am Freitagabend im französischen Fernsehsender TF1. Rund 85 Prozent der Festgenommenen seien minderjährig, die meisten von ihnen Schülerinnen und Schüler. Der Minister räumte allerdings ein, dass dies nicht zwangsläufig bedeute, dass die Jugendlichen auch die Schulen besuchten, in deren Nähe sie festgenommen worden seien.

Nuñez bezeichnete das Ausmaß der Proteste als «erheblich» und «überraschend». Am Freitag waren nach seinen Angaben insgesamt 735 Schulen von den Protestaktionen betroffen, 30 Prozent weniger als am Vortag. Im Umfeld von 158 Einrichtungen sei es zu Ausschreitungen gekommen. Die Sicherheitskräfte griffen bei Ausschreitungen, Sachbeschädigungen und Gewalttaten systematisch ein, betonte der Minister. Die politische Mobilisierung habe der Bewegung eine gewisse Größenordnung verliehen, sagte Nuñez weiter. Er führte das Ausmaß der Proteste unter anderem auf soziale Netzwerke und den Einfluss der linken Partei La France Insoumise (LFI) zurück. Die Gewalt sei den Verantwortlichen jedoch völlig entglitten.

Für Aufsehen sorgte am Freitag ein Video, das zeigt, wie ein Polizist zu Boden geworfen und getreten wird. Die Behörden werfen den Festgenommenen unter anderem Sachbeschädigung und Angriffe auf Einsatzkräfte vor. Schülervertreter distanzierten sich von den Ausschreitungen. «Es gibt Szenen der Gewalt, die absolut widerlich sind», sagte Nathanaël Combray von der Organisation «Renouveau Lycéen» nach einem Gespräch mit Bildungsminister Édouard Geffray. Combray rief die Gymnasiasten dazu auf, sich verantwortungsvoll zu verhalten und sich keiner Bewegung anzuschließen, die der eigenen Sache schade. Louis Letoublon von der Organisation «Les Lycéens» sagte, die Taten würden nicht von Gymnasiasten, sondern von externen Personen begangen.

Zugleich riefen die Schülervertreter dazu auf, die Proteste fortzusetzen. «Wir sind ein bisschen enttäuscht», sagte Letoublon. Die Arbeit im Ministerium an den beklagten Problemen müsse nun fortgeführt werden, aber um den Druck beizubehalten, wolle man weiterhin demonstrieren. Konkrete Ankündigungen habe es bei dem Treffen mit den Schülervertretern vom Minister nicht gegeben, sagte Ryad Rani von der Gewerkschaft USL. Man werde deshalb nicht lockerlassen. Mehrere Bildungsgewerkschaften riefen dazu auf, einen für Dienstag geplanten Protesttag der Gymnasiasten zu unterstützen, möglicherweise auch durch Streiks.

Die Regierung betont, Polizei und Gendarmerie würden zurückhaltend vorgehen. Dennoch gab es Kritik an den Sicherheitskräften, denen übermäßige Gewalt vorgeworfen wird. Die Ereignisse der vergangenen Tage haben in Frankreich eine Debatte über das Vorgehen der Behörden und über die Rolle sozialer Netzwerke bei der Mobilisierung von Jugendlichen ausgelöst. Wie sich die Proteste in den kommenden Tagen entwickeln, ist offen. Die angekündigten Aktionen für Dienstag dürften zeigen, ob die Bewegung weiter an Zulauf gewinnt oder ob die Distanzierung der Schülervertreter von der Gewalt Wirkung zeigt.

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Dominik Zimmermann

Autor

Wirtschaftsanalyst

Dominik Zimmermann berichtet für Grenzah über Politik, Gesellschaft, Wirtschaft, Kultur und aktuelle Ereignisse. Der Schwerpunkt liegt auf Prüfung, Kontext und verständlicher Einordnung.

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