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Moldau meldet Einschläge russischer Drohnen und Raketen im Luftraum

Mehrere russische Geschosse sind in den moldauischen Luftraum eingedrungen und explodiert. Präsidentin Maia Sandu warnt vor einem Übergreifen des Krieges auf das Land.

Die Republik Moldau hat am Wochenende mehrere Verletzungen ihres Luftraums durch russische Drohnen und Marschflugkörper gemeldet. Nach Angaben von Präsidentin Maia Sandu drangen die Geschosse in den Luftraum des Landes ein und explodierten teilweise auf moldauischem Territorium. Die Vorfälle markieren eine weitere gefährliche Zuspitzung in der Region, die sich seit Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine in ständiger Alarmbereitschaft befindet.

Sandu warnte eindringlich vor den Folgen einer weiteren Eskalation. Der Krieg in der Ukraine drohe auf die Republik Moldau überzugreifen, sagte sie. Die moldauischen Behörden bestätigten, dass mehrere russische Flugkörper den Luftraum verletzt hätten. Ob Menschen zu Schaden kamen oder Sachschäden entstanden, wurde zunächst nicht im Detail bekannt. Die Regierung in Chișinău steht seit Monaten vor der Herausforderung, die Sicherheit des eigenen Territoriums zu gewährleisten, ohne selbst in die Kampfhandlungen hineingezogen zu werden.

Die Republik Moldau grenzt im Osten an die Ukraine und ist kein Mitglied der NATO. Das Land verfügt nur über begrenzte eigene Luftverteidigungskapazitäten und ist auf Unterstützung durch westliche Partner angewiesen. Seit dem Beginn des russischen Angriffs auf die Ukraine im Februar 2022 haben moldauische Behörden wiederholt gemeldet, dass russische Raketen und Drohnen den eigenen Luftraum verletzt hätten. Die jüngsten Einschläge dürften die Diskussion über eine Stärkung der Luftverteidigung und eine engere Anbindung an europäische Sicherheitsstrukturen weiter befeuern.

Unterdessen setzt Russland seine Angriffe auf die ukrainische Infrastruktur fort. Nach Angaben aus Kiew griff die russische Armee auch die zweite Dnipro-Brücke in der ukrainischen Hauptstadt an. Die Brücken über den Dnipro sind strategisch bedeutende Verkehrsadern für die Versorgung und den Transport in der Region. Angriffe auf diese Infrastruktur erschweren die Logistik der ukrainischen Streitkräfte und gefährden die zivile Versorgung.

Der russische Präsident Wladimir Putin erklärte zudem, ukrainische Angriffe kosteten Russland etwa ein Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Diese Zahl verdeutlicht, welchen wirtschaftlichen Druck der Krieg auch auf Russland ausübt. Putin machte die Angaben im Rahmen einer öffentlichen Äußerung, ohne nähere Belege zu nennen. Unabhängig überprüfen lassen sich solche Angaben in der Regel nicht.

Für die Republik Moldau sind die jüngsten Vorfälle ein erneuter Beleg dafür, wie unmittelbar der Krieg an die eigene Grenze gerückt ist. Das Land beherbergt bereits seit Beginn des Krieges zahlreiche ukrainische Geflüchtete und leistet humanitäre Hilfe. Die politische Führung in Chișinău bemüht sich seit Jahren um eine Annäherung an die Europäische Union und hat im vergangenen Jahr den Status eines EU-Beitrittskandidaten erhalten. Die Sicherheitslage bleibt jedoch fragil, da das Land weder über eine schlagkräftige Armee noch über eigene Luftabwehrsysteme verfügt.

Die moldauische Regierung dürfte die Vorfälle zum Anlass nehmen, erneut auf eine stärkere internationale Unterstützung zu drängen. Bereits in der Vergangenheit hatte Chișinău westliche Partner um Hilfe bei der Sicherung des Luftraums gebeten. Ob und in welchem Umfang solche Unterstützung geleistet wird, ist offen. Klar ist, dass die Republik Moldau geografisch in einer besonders exponierten Lage liegt und die Entwicklung der Kampfhandlungen in der Ukraine unmittelbare Auswirkungen auf die eigene Sicherheit hat.

Die internationale Gemeinschaft beobachtet die Lage in der Region mit Sorge. Die wiederholten Verletzungen des moldauischen Luftraums durch russische Geschosse könnten zu einer weiteren Belastung der ohnehin angespannten Beziehungen zwischen Russland und dem Westen führen. Für die Menschen in der Republik Moldau bedeutet die aktuelle Entwicklung vor allem eines: anhaltende Unsicherheit in unmittelbarer Nachbarschaft eines Krieges, dessen Ende nicht absehbar ist.

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Franziska Thielmann

Autor

Reporterin

Franziska Thielmann berichtet für Grenzah über Politik, Gesellschaft, Wirtschaft, Kultur und aktuelle Ereignisse. Der Schwerpunkt liegt auf Prüfung, Kontext und verständlicher Einordnung.

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