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Herbert Reul: NRW-Innenminister bricht sich die Hüfte

NRW-Innenminister Herbert Reul bricht sich die Hüfte

Der 74-jährige CDU-Politiker stürzt bei einem Diensttermin in Wuppertal über eine Treppenstufe. Es ist der zweite gesundheitliche Rückschlag innerhalb weniger Tage.

Nordrhein-Westfalens Innenminister Herbert Reul hat sich bei einem Sturz die Hüfte gebrochen. Der 74-jährige CDU-Politiker sei bei einem dienstlichen Termin im Polizeipräsidium Wuppertal über eine schmale Treppenstufe gestolpert und gestürzt, teilte eine Sprecherin des Innenministeriums mit. Reul befinde sich in ärztlicher Behandlung.

Der Minister selbst äußerte sich am Freitag mit einer Mischung aus Galgenhumor und Zuversicht. «Erst hatte ich kein Glück und dann kam auch noch Pech dazu», sagte Reul. «Durch einen blöden Stolperer bin ich gefallen und habe mir dabei die Hüfte gebrochen.» Es gehe ihm den Umständen entsprechend gut. Allerdings müsse er jetzt «auf die Pausetaste drücken» und der Hüfte die nötige Zeit geben, wieder zu heilen.

Der Sturz ereignete sich nur einen Tag, nachdem Reul im Düsseldorfer Landtag öffentlich über gesundheitliche Probleme gesprochen hatte. Er leide seit einer Operation in diesem Sommer unter Ausspracheproblemen, sagte der Minister. Der Eingriff in den Sommerferien habe das Zittern einer Hand beseitigen sollen. Seitdem habe er sprachliche Schwierigkeiten. Warum diese entstanden seien, sei noch unklar. «Ich bin gesund und munter, aber sprachlich etwas lädiert», sagte Reul. Beobachtern war aufgefallen, dass er verwaschen gesprochen hatte, was Spekulationen über seinen Gesundheitszustand auslöste.

Reul zählt zu den bekanntesten und beliebtesten Ministern in Nordrhein-Westfalen. Der frühere Europaabgeordnete ist seit 2017 Innenminister des Landes. Bundesweite Bekanntheit erlangte er mit einem harten Kurs gegen Rocker, Islamisten und kriminelle Mitglieder von Großfamilien sowie mit seiner hemdsärmeligen Art.

Erst kürzlich war bekannt geworden, dass Reul noch einmal für den Landtag kandidieren will. Der CDU-Kreisvorstand im Rheinisch-Bergischen Kreis hat ihn nach Angaben der Partei einstimmig für die NRW-Wahl im April 2027 nominiert. Die zuständige Aufstellungsversammlung muss Reul am 16. Oktober noch als Kandidaten bestätigen. Bei der letzten Landtagswahl 2022 hatte er den Wahlkreis mit 51,1 Prozent deutlich gewonnen.

Die gebrochene Hüfte zwingt den 74-Jährigen nun zu einer Zwangspause. Wie lange diese dauern wird, ist bislang nicht bekannt. Klar ist, dass Reul in den kommenden Wochen kürzertreten muss. Ob und wann er seine Amtsgeschäfte wieder vollständig aufnehmen kann, hängt vom Heilungsverlauf ab. Der Minister selbst gab sich am Freitag kämpferisch, betonte aber, dass die Gesundheit nun Vorrang habe.

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Franziska Thielmann

Autor

Reporterin

Franziska Thielmann berichtet für Grenzah über Politik, Gesellschaft, Wirtschaft, Kultur und aktuelle Ereignisse. Der Schwerpunkt liegt auf Prüfung, Kontext und verständlicher Einordnung.

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