Selenskyj kündigt neue Angriffe auf russische Ölraffinerien an
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat im Interview mit der «Financial Times» neue Angriffe auf russische Ölraffinerien angekündigt. Er kritisiert den «gefährlichen» Mangel an US-Geheimdienstdaten und die Drosselung von Starlink. Der Kreml reagiert gelassen, Elon Musk fordert Selenskyjs Rücktritt.
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat neue Angriffe auf russische Ölraffinerien angekündigt. Die bisherige Zurückhaltung sei vorbei, sagte Selenskyj in einem Interview mit der «Financial Times». Damit geht er trotz der Kritik von US-Präsident Donald Trump auf Konfrontation zu den USA.
Selenskyj äußerte zugleich seine Verärgerung über den «gefährlichen» Mangel an US-Geheimdienstdaten und die parallele Drosselung des Satelliteninternetdienstes Starlink, während Russland seine Angriffe auf die Ukraine intensiviere. «Wir werden einen Ausweg finden», sagte er, ohne Details zu nennen. Auch andere westliche Geheimdienste lieferten Kiew Daten, so Selenskyj.
Bereits am Mittwoch hatte Russland neue ukrainische Angriffe auf Ölverarbeitungsanlagen in den Gebieten Rjasan und Saratow gemeldet. Das Gebiet Rjasan meldete am Donnerstag eine weitere Drohnenattacke. Dabei sei auf dem Gelände einer Raffinerie ein Brand ausgebrochen. Das russische Verteidigungsministerium teilte mit, dass die Ukraine vier Marschflugkörper vom Typ Flamingo und 69 Drohnen gegen die Raffinerie eingesetzt habe.
Der Kreml reagierte gelassen auf Selenskyjs Drohung. Kremlsprecher Dmitri Peskow sagte, das sei nichts Neues. Das Land handle damit im ernsten Widerspruch zu den Bestrebungen der USA, einen Friedensprozess anzustoßen.
Selenskyj hatte in den vergangenen Tagen mehrfach den Diesel-Deal zwischen Trump und Kremlchef Wladimir Putin kritisiert. Die USA wollen wegen der angespannten Marktlage und der hohen Preise Diesel aus Russland importieren und dafür – zum Ärger auch der EU – ihre Sanktionen lockern. Die Ukraine beklagt, dass die USA damit Geld in Moskaus Kriegskasse spülen.
Selenskyj erklärte zudem, dass die Ukraine nach einer von Trump verkündeten begrenzten Waffenruhe die Angriffe auf Energieinfrastruktur unterlassen habe. Damit sei es nun vorbei, sagte er. Zuvor hätten US-Militärs ihren ukrainischen Kollegen erklärt, dass sie keine Geheimdienstdaten mehr liefern würden, wenn die Ukraine nicht aufhöre, russische Ölraffinerien anzugreifen. Zugleich sei das für das ukrainische Militär wichtige Starlink-System gedrosselt worden. «Das war kein technisches Problem, das war Absicht», sagte Selenskyj.
Der US-Tech-Milliardär Elon Musk sagte dazu, das US-Militär und der Präsident hätten über die Begrenzung des militärischen Starlink-Ablegers entschieden. In einem Post auf seiner Plattform X forderte Musk zudem, es sei für Selenskyj an Zeit, abzutreten.
Die Ukraine beklagt massiven Druck der USA, in dem Krieg mit Russland nachzugeben. Selenskyj sagte in dem Interview, dass die USA im Kampf gegen Russland für die Ukraine lange Zeit ein strategischer Partner gewesen seien. Ohne die USA wäre der Verteidigungskampf «sehr schwer», sagte er.
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