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Starlink-Drosselung für ukrainische Drohnenabwehr aufgehoben

Die ukrainischen Streitkräfte können wieder uneingeschränkt auf das Satellitennetzwerk Starlink zugreifen. Die zuvor verhängte Drosselung wurde nach Angaben des Verteidigungsministeriums in Kiew aufgehoben. Gleichzeitig verschärft US-Präsident Trump seine Kritik an Präsident Selenskyj.

Die ukrainischen Streitkräfte können nach übereinstimmenden Berichten wieder uneingeschränkt auf das Satellitennetzwerk Starlink zugreifen. Ukrainische Medien meldeten unter Berufung auf das Verteidigungsministerium in Kiew, die zuvor verhängte Drosselung sei aufgehoben worden. Die Einschränkung hatte die Nutzung des Systems für die Drohnenabwehr der Ukraine beeinträchtigt.

Starlink, das Satelliteninternet-Netzwerk des Unternehmens SpaceX, spielt eine zentrale Rolle für die Kommunikation und die militärische Koordination der ukrainischen Streitkräfte. Die Drosselung hatte in den vergangenen Tagen Besorgnis ausgelöst, da das System auch für die Steuerung von Drohnen und die Abwehr feindlicher Angriffe genutzt wird. Mit der Aufhebung der Beschränkung steht den ukrainischen Einheiten nun wieder die volle Bandbreite zur Verfügung.

Die Nachricht fällt in eine Phase zunehmender Spannungen zwischen Kiew und Washington. US-Präsident Donald Trump hat seine Kritik an dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj zuletzt deutlich verschärft. In einem Interview mit dem Sender Newsmax bezeichnete Trump die wiederaufgenommenen ukrainischen Angriffe auf russische Raffinerien als «eine Schande». Durch die Attacken würden die weltweiten Energiepreise in die Höhe getrieben, so Trump.

Der US-Präsident bekräftigte zudem seine Haltung, dass Selenskyj weniger Verhandlungsbereitschaft zeige als der russische Präsident Wladimir Putin. «Ich glaube, eigentlich möchten beide, dass er endet», sagte Trump mit Blick auf den Krieg. «Aber ich finde, dass der Umgang mit Selenskyj schwieriger ist als der mit Putin.» Diese Äußerungen dürften in Kiew für weitere Verunsicherung sorgen, zumal die Ukraine auf die militärische Unterstützung der USA angewiesen ist.

Unabhängig von den diplomatischen Spannungen setzt die Ukraine ihre Angriffe auf russisches Territorium fort. Nach Angaben des Gouverneurs der südrussischen Region Rostow, Juri Sljussar, haben ukrainische Drohnen dort Industrie- und Lageranlagen getroffen und einen Brand ausgelöst. Bei dem Angriff sei ein Mann verletzt worden, schrieb Sljussar im Onlinedienst Telegram.

Ein weiterer Drohnenangriff traf die russische Millionenstadt Sankt Petersburg. Der dortige Flughafen stellte den Betrieb ein. Auf der Webseite Flightradar24 war zu sehen, dass mehrere Flugzeuge, die eigentlich in der Stadt landen sollten, Warteschleifen im Luftraum östlich der Metropole flogen. Finnland schränkte den Luftverkehr über dem östlichen Golf von Finnland ein. Eine offizielle Bestätigung des Angriffs oder möglicher Schäden stand zunächst aus.

Die russische Seite griff ihrerseits die ukrainische Hauptstadt Kiew an. Nach einem Angriff auf ein Objekt der kritischen Energieinfrastruktur waren Teile der Stadt und des Umlands ohne Strom, wie das ukrainische Energieministerium mitteilte. Die Wiederherstellung der Versorgung sollte beginnen, sobald die Sicherheitslage es zulasse. In der Hauptstadt, ihrem Umland und weiteren Regionen des Landes war Drohnenalarm ausgelöst worden.

Durch die Schäden an der Energieanlage sei der Wasserdruck in mehreren Stadtteilen niedrig, schrieb Bürgermeister Vitali Klitschko bei Telegram. Zudem seien Drohnentrümmer auf das Grundstück eines Privathauses gestürzt, wo im Erdgeschoss ein Feuer ausbrach.

Die jüngsten Entwicklungen zeigen, wie eng die militärische Lage und die politischen Spannungen miteinander verflochten sind. Während die Ukraine ihre Verteidigungsfähigkeit mit Hilfe von Starlink wiederherstellt, wächst der Druck aus Washington. Die Aufhebung der Drosselung dürfte die Einsatzfähigkeit der ukrainischen Drohnenabwehr stärken, doch die politische Unterstützung der USA bleibt fragil.

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Christoph Reichert

Autor

Politischer Korrespondent

Christoph Reichert berichtet für Grenzah über Politik, Gesellschaft, Wirtschaft, Kultur und aktuelle Ereignisse. Der Schwerpunkt liegt auf Prüfung, Kontext und verständlicher Einordnung.

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