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Dienstag, 6. Oktober 2026

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Umwelthilfe: In vielen großen Städten rollen Verbrennerbusse

Umwelthilfe: Dieselbusse dominieren weiter in deutschen Großstädten

Eine Untersuchung der Deutschen Umwelthilfe zeigt: In den 39 größten deutschen Städten sind 70 Prozent der Busse reine Diesel. Mannheim, Freiburg und Karlsruhe führen bei Elektrobussen, während Augsburg und andere Städte auf neue Verbrenner setzen. Die DUH fordert einen Stopp des Neukaufs von Dieselbussen bis 2030.

In den meisten großen deutschen Städten prägen weiterhin Busse mit Dieselantrieb das Straßenbild. Nach einer Untersuchung der Deutschen Umwelthilfe (DUH) machen reine Dieselbusse in den 39 größten Städten 70 Prozent der Flotte aus. Rechnet man sogenannte Mildhybride hinzu, bei denen ein Elektromotor den Verbrenner unterstützt, steigt der Anteil sogar auf 77 Prozent. Die DUH hat die Daten zum Jahreswechsel erhoben und der Deutschen Presse-Agentur vorgelegt.

Die Analyse zeigt jedoch auch Fortschritte bei der Umstellung auf batteriebetriebene Elektrobusse. Spitzenreiter ist Mannheim, wo zum Jahreswechsel 60,6 Prozent der Busflotte batterieelektrisch betrieben wurden. Es folgen Freiburg mit 51,7 Prozent und Karlsruhe mit 51,6 Prozent. Alle drei Städte aus Baden-Württemberg planen, bis 2030 bei Neubeschaffungen ausschließlich Elektrobusse anzuschaffen.

Am unteren Ende der Rangliste stehen Magdeburg, Krefeld, Wuppertal, Essen und Augsburg, die zum Stichtag keine klassischen batteriebetriebenen Elektrobusse im Einsatz hatten. Allerdings bedeutet das nicht überall einen reinen Verbrennerbetrieb: In Wuppertal sind Elektrobusse mit Brennstoffzelle unterwegs, die Strom aus Wasserstoff erzeugen. Laut den dortigen Stadtwerken machen sie ein Sechstel der Flotte aus. Bundesweit spielen Brennstoffzellenbusse jedoch eine geringe Rolle – ihr Anteil an den Flotten der untersuchten Städte liegt bei nur 1,5 Prozent.

Die DUH kritisiert insbesondere Städte, die bis 2030 noch neue Busse mit Verbrennungsmotor beschaffen wollen. Augsburg landet deshalb auf dem letzten Platz, weil die Stadtwerke zu zwei Dritteln auf den Neukauf von Verbrennern setzen. Hintergrund ist die Beschaffung von 30 neuen Biogasbussen als Ersatz für veraltete Fahrzeuge. Ein Sprecher der Stadtwerke erklärte, diese seien noch nötig, weil der Umstieg auf E-Busse und der Aufbau der Ladeinfrastruktur nicht so schnell gingen. Chemnitz, das ebenfalls angefragt wurde, gab keine Rückmeldung.

DUH-Bundesgeschäftsführer Jürgen Resch wies darauf hin, dass Dieselbusse im Nahverkehr normalerweise länger als zehn Jahre betrieben werden. Städte, die bis 2030 neue Verbrenner anschafften, verschöben den Abschied von fossilen Antrieben bis in die 2040er-Jahre. «Fast 10.000 Diesel-Busse sind in den abgefragten 40 Städten zurzeit unterwegs und verpesten die Atemluft mit dem Dieselabgasgift Stickstoffdioxid», sagte Resch. Er forderte die kommunalen Verkehrsbetriebe auf, den Neukauf von Verbrenner-Bussen zu stoppen und bis 2030 komplett auf Elektroantrieb umzustellen. Technisch geeignete Dieselbusse ließen sich inzwischen auch auf Elektroantrieb umrüsten.

Elektrobusse verursachen einer Untersuchung des International Council on Clean Transportation aus dem Jahr 2023 zufolge über ihre Lebensdauer hinweg deutlich weniger Treibhausgase als Dieselbusse. Zwar entstünden bei der Herstellung höhere Emissionen, diese würden im Betrieb aber mehr als ausgeglichen. Je höher der Anteil erneuerbarer Energien im Strommix, desto besser die Bilanz. Zudem verbessern Elektrobusse die lokale Luftqualität. Die DUH kritisiert, dass die Bundesregierung Förderprogramme für den Ankauf von Bussen mit alternativen Antrieben kürzen will.

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Dominik Zimmermann

Autor

Wirtschaftsanalyst

Dominik Zimmermann berichtet für Grenzah über Politik, Gesellschaft, Wirtschaft, Kultur und aktuelle Ereignisse. Der Schwerpunkt liegt auf Prüfung, Kontext und verständlicher Einordnung.

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