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US-Bomber aus Großbritannien abgezogen - wegen Bedrohung?

US-Bomber nach Bedrohung aus Großbritannien abgezogen

Die USA haben ihre Langstreckenbomber vom Stützpunkt RAF Fairford in Großbritannien überraschend zurückgezogen. Präsident Trump spricht von einer Bedrohung durch den Iran, Außenminister Rubio widerspricht. Medien berichten von konkreten Anschlagsplänen.

Die US-Luftwaffe hat alle Langstreckenbomber, die auf dem britischen Militärstützpunkt RAF Fairford stationiert waren, überraschend in die Vereinigten Staaten zurückbeordert. Das bestätigte das Pentagon am Sonntagabend. Als Grund für den Abzug nannte US-Präsident Donald Trump am Montag in Washington Bedrohungen, ohne Details zu nennen. Auf Nachfrage brachte er die Bedrohung mit dem Iran in Verbindung. Außenminister Marco Rubio widersprach jedoch kurz zuvor und erklärte, der Abzug stehe nicht in direktem Zusammenhang mit mutmaßlichen Terrordrohungen.

Nach Informationen der «New York Times» waren neue Drohungen gegen den Stützpunkt der Auslöser für den überraschenden Abzug. Die Zeitung berichtet unter Berufung auf zwei US-Beamte von Informationen über einen vom Iran unterstützten Anschlag auf RAF Fairford. Die US-Streitkräfte hatten im März weitere Langstreckenbomber nach Großbritannien verlegt, um im Krieg gegen den Iran flexibler agieren zu können. Laut «New York Times» wurde die Notwendigkeit der Verlegung als so dringlich eingestuft, dass einige Maschinen samt Besatzungen bereits starteten, während die benötigten Tankflugzeuge für die Unterstützung über dem Atlantik noch vorbereitet werden mussten. Ein US-Beamter sagte, die Informationen seien Teil von Warnungen vor drei Wochen gewesen, die Lage habe sich in den vergangenen 24 Stunden jedoch aufgrund konkreter Details zugespitzt.

Bereits Ende September waren fünf Männer nahe dem Stützpunkt aufgegriffen worden. Sie werden der Vorbereitung einer terroristischen Tat verdächtigt. Gegen sie wird auch wegen des Verdachts auf Verstöße gegen das Sprengstoffgesetz ermittelt. Inzwischen sind sie unter strengen Auflagen wieder freigelassen worden. Ein sechster Verdächtiger mit iranisch-britischer Staatsbürgerschaft wurde in den folgenden Tagen ebenfalls zwischenzeitlich festgenommen und dann unter Auflagen auf freien Fuß gesetzt. Großbritanniens Premierminister Andy Burnham bestätigte Hinweise auf eine mögliche Verbindung zum Iran. US-Außenminister Rubio hatte von einer Beteiligung eines «ausländischen Akteurs» gesprochen.

Die britische Regierung teilte über einen Sprecher mit, der Stützpunkt sei sicher. Der Sprecher verwies auf Aussagen von Verteidigungsminister Wes Streeting, wonach es «bewährte und erprobte Verfahren zum Schutz unserer Stützpunkte im ganzen Land und weltweit» gebe. Militärische Operationen anderer Staaten würden darüber hinaus nicht kommentiert. Das Pentagon betonte in seiner Mitteilung: «Die Piloten der amerikanischen Bomberflotte, darunter B-1, B-2 und B-52, sind weiterhin bereit, präzise globale Angriffe durchzuführen.» Dem «Wall Street Journal» und der «New York Times» zufolge waren zuletzt ein Dutzend B-1-Bomber vor Ort stationiert.

Die unterschiedlichen Darstellungen von Trump und Rubio sorgen für Verwirrung. Während Trump von einer akuten Bedrohung sprach, die einen Abzug rechtfertige, betonte Rubio, Rotationen und Verlegungen militärischer Ressourcen seien «nichts Ungewöhnliches». Er habe weiterhin Vertrauen in die britischen Sicherheitsvorkehrungen. Die genauen Hintergründe des Abzugs bleiben damit unklar. Die USA hatten die Bomber ursprünglich nach Großbritannien verlegt, um im Konflikt mit dem Iran schneller reagieren zu können. Der Stützpunkt RAF Fairford gilt als wichtiger Stützpunkt für US-Langstreckenbomber in Europa.

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Christoph Reichert

Autor

Politischer Korrespondent

Christoph Reichert berichtet für Grenzah über Politik, Gesellschaft, Wirtschaft, Kultur und aktuelle Ereignisse. Der Schwerpunkt liegt auf Prüfung, Kontext und verständlicher Einordnung.

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