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Dienstag, 20. Oktober 2026

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Klitschko sagt in Berliner Videobotschaft: «Wir werden nie kapitulieren»

Kiews Bürgermeister Vitali Klitschko kann den European Future Award wegen der dramatischen Lage in seiner Stadt nicht persönlich entgegennehmen. In einer Videobotschaft appelliert er an die Solidarität Europas und beschreibt den russischen Beschuss auf zivile Infrastruktur.

Kiews Bürgermeister Vitali Klitschko hat bei einer Preisverleihung in Berlin per Videobotschaft eindringlich an die Solidarität Europas im russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine appelliert. «Wir wollen nie wieder Krieg in Europa. Frieden braucht unsere gemeinsame Verantwortung. Freiheit braucht Menschen, die füreinander einstehen», sagte der 55-Jährige. Eigentlich wollte Klitschko den European Future Award persönlich in Berlin entgegennehmen. Doch die Lage in der ukrainischen Hauptstadt habe sich dramatisch zugespitzt, sodass er vor Ort bleiben müsse, erklärte er.

In der aufgezeichneten Ansprache, für die er lauten Applaus und Standing Ovations erhielt, schilderte Klitschko die täglichen Angriffe auf die Infrastruktur Kiews. Er erlebe Tag und Nacht, wie dramatisch der Beschuss geworden sei – auf Brücken, Kraftwerke, Schulen, Kindergärten, Kranken- und Wohnhäuser. Der russische Präsident Wladimir Putin wolle «uns kaputt bomben und dafür sorgen, dass die Menschen aus den Städten fliehen», sagte der ehemalige Weltklasse-Boxer. Ziel sei es, «für Millionen Flüchtlinge in Europa zu sorgen» und dass «Europa uns deshalb im Stich lässt und wir kapitulieren. Aber das wird nie passieren».

Klitschko stellte eine zentrale Frage in den Mittelpunkt seiner Rede: «Warum soll unser Traum einer europäischen Zukunft mit einem so hohen Preis bezahlt werden?» Die Hoffnung auf eine gemeinsame Zukunft in Europa gebe vielen Menschen in der Ukraine die Kraft durchzuhalten. Die Ukraine verteidigt sich seit mehr als viereinhalb Jahren mit westlicher Hilfe gegen die großangelegte russische Invasion.

Der European Future Award wird unter der Schirmherrschaft von Vizekanzler Lars Klingbeil (SPD) verliehen. Mit ihm sollen Persönlichkeiten ausgezeichnet werden, die für Freiheit, Menschenrechte, Solidarität und Diversität stehen, Brücken bauen und den europäischen Gedanken stärken. In der Jurybegründung hieß es, Klitschko verteidige als Bürgermeister der ukrainischen Hauptstadt etwas, das über die Zukunft seiner Stadt und seines Landes hinausweise: das Recht der Menschen, frei und selbstbestimmt zu leben.

Neben Klitschko wurden der Schauspieler Daniel Brühl, die Co-Gründerin des europäischen sozialen Netzwerks W Social, Anna Zeiter, sowie die kurdische Autorin und Dichterin Meral Şimşek geehrt. Die Initiative «Tu was für Europa» unter dem Vorsitz von Martin Schulz, dem ehemaligen Präsidenten des Europäischen Parlaments, hat den Preis zum ersten Mal in Berlin vergeben.

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Dominik Zimmermann

Autor

Wirtschaftsanalyst

Dominik Zimmermann berichtet für Grenzah über Politik, Gesellschaft, Wirtschaft, Kultur und aktuelle Ereignisse. Der Schwerpunkt liegt auf Prüfung, Kontext und verständlicher Einordnung.

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