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Afrikas Fußballverbände unterstützen Infantino geschlossen bei Wiederwahl

Alle 54 afrikanischen Fußballverbände stellen sich hinter FIFA-Präsident Gianni Infantino und unterstützen seine Wiederwahl 2027. Europas Verbände fordern dagegen seine Ablösung. Die Opposition muss bis zum 18. November einen Kandidaten benennen.

Alle 54 Fußballverbände Afrikas haben ihre Unterstützung für FIFA-Präsident Gianni Infantino bei der Wiederwahl im Jahr 2027 zugesagt. Das berichtet die Zeitung «Zeit» unter Berufung auf Angaben des Weltverbands. Infantino selbst sprach von einem «wunderschönen Moment der Einheit». Der geschlossene Rückhalt aus Afrika bedeutet für den Amtsinhaber einen erheblichen strategischen Vorteil in der Auseinandersetzung um seine Zukunft an der Spitze des Weltfußballs.

Der Schritt der afrikanischen Verbände steht in deutlichem Kontrast zur Haltung Europas. Die europäischen Fußballverbände fordern eine Ablösung Infantinos und haben sich damit als Gegengewicht positioniert. Damit zeichnet sich im Vorfeld der Wahl eine geopolitische Spaltung innerhalb der FIFA ab: Afrika stellt sich geschlossen hinter den Präsidenten, während Europa auf Distanz geht. Die afrikanischen Verbände hatten ihre Unterstützung einstimmig erklärt, wie die «FAZ» berichtet.

Für die Opposition wird die Zeit knapp. Bis zum 18. November muss ein Gegenkandidat benannt werden, wenn die Wahl tatsächlich herausgefordert werden soll. Ohne einen offiziellen Herausforderer wäre Infantinos Wiederwahl praktisch unvermeidlich. Die europäischen Verbände stehen damit vor der Aufgabe, innerhalb weniger Wochen eine Person zu finden, die bereit ist, gegen den Amtsinhaber anzutreten – ein Unterfangen, das angesichts der breiten Unterstützung aus Afrika und anderen Weltregionen als schwierig gilt.

Infantino führt die FIFA seit 2016. In seiner Amtszeit hat er die Zahl der Teilnehmer an Weltmeisterschaften erhöht und den Wettbewerb für Vereinsmannschaften ausgeweitet. Diese Entscheidungen haben ihm sowohl Lob als auch Kritik eingebracht. Während Befürworter die globale Öffnung des Fußballs hervorheben, bemängeln Gegner eine zunehmende Kommerzialisierung und eine Machtkonzentration beim Präsidenten. Die afrikanischen Verbände profitieren von den erweiterten Startplätzen bei Weltmeisterschaften, was ihre Unterstützung für Infantino erklärt.

Die Wahl des FIFA-Präsidenten findet voraussichtlich 2027 statt. Bis dahin bleibt abzuwarten, ob sich die europäische Opposition auf einen gemeinsamen Kandidaten einigen kann. Sollte dies nicht gelingen, dürfte Infantino ohne ernsthafte Gegenkandidatur im Amt bestätigt werden. Der Ausgang der Auseinandersetzung wird auch darüber entscheiden, wie stark Europa künftig die Ausrichtung des Weltfußballs mitbestimmen kann.

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Franziska Thielmann

Autor

Reporterin

Franziska Thielmann berichtet für Grenzah über Politik, Gesellschaft, Wirtschaft, Kultur und aktuelle Ereignisse. Der Schwerpunkt liegt auf Prüfung, Kontext und verständlicher Einordnung.

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