Bayern-Trainer Kompany fehlt bei Pressekonferenz wegen Virus und Hüftleiden
Der FC Bayern gewinnt das Topspiel gegen RB Leipzig mit 6:1, doch Trainer Vincent Kompany verfolgt die Partie nur sitzend. Nach dem Spiel fehlt er bei der Pressekonferenz – Sportvorstand Max Eberl erklärt die Gründe.
Der FC Bayern München hat das Bundesliga-Topspiel gegen RB Leipzig deutlich mit 6:1 gewonnen, doch im Mittelpunkt stand nach dem Abpfiff nicht der Kantersieg, sondern das Fehlen von Trainer Vincent Kompany. Der Belgier hatte die Partie fast durchgehend auf der Bank sitzend verfolgt und war nach dem Spiel weder für Interviews noch für die Pressekonferenz verfügbar. Statt seiner erschien Sportvorstand Max Eberl vor den Medien und erklärte den gesundheitlichen Zustand des Trainers.
«Er hat die ganze Woche schon einen Virus gehabt, mit dem er sich durch die Woche gequält hat, hat ständig Vitamine genommen. Es geht ihm wirklich nicht gut. Er hat dann auch noch eine Hüfte, wo er ein Problem hatte», sagte Eberl. Kompany war bereits vor dem Anpfiff sichtbar angeschlagen: Auf Fernsehbildern war zu sehen, wie er beim Treppenaufstieg zum Spielfeld gestützt werden musste. In der Halbzeitpause und nach dem Schlusspfiff verzichtete der Trainer ganz auf die Treppen und verließ den Innenraum der Allianz Arena über einen Ausgang in der Stadionecke.
Bereits während der Partie war aufgefallen, dass Kompany nicht wie gewohnt gestenreich und energisch in seiner Coaching-Zone agierte, sondern das Geschehen weitgehend von der Bank aus beobachtete. Die Anweisungen an der Seitenlinie übernahm stattdessen sein Co-Trainer Aaron Danks. «Er hat nicht so aktiv gecoacht. Ich glaube, das ist vielen Menschen aufgefallen. Das haben dann Aaron und die Co-Trainer übernommen», sagte Eberl. «Es zeigt aber auch, was für ein harmonisches Team wir neben ihm Platz haben, das genau weiß, was zu tun ist.»
Dass Kompany wegen seiner Beschwerden ganz auf die Partie verzichten könnte, sei keine Option gewesen, betonte Eberl. «Er lässt sich nicht nehmen, bei der Mannschaft zu sein, solange es geht. Und er hat es ja auch versucht, er war ja auf der Bank gesessen, ganz normal.» Bereits zur Halbzeitpause hatte Sportdirektor Christoph Freund bei Sky erklärt: «Er ist nicht ganz fit, darum sitzt er auch viel und darum haben wir auch besprochen, dass unsere Co-Trainer so ein bisschen mehr stehen heute. Also, er ist ein bisschen kränklich, auch ein bisschen angeschlagen.» Der Coach habe aber «eine ganz normale Besprechung gemacht», ergänzte Freund. «Alles gut soweit.»
Kapitän Joshua Kimmich kommentierte die Bilder vom Treppenaufstieg mit einem Scherz: «Er ist auch nicht mehr der Jüngste, ne?! Das sieht nicht gut aus, ehrlicherweise.» Kompany wurde während der Partie zeitweise von Teamarzt Roland Schmidt und einem Begleiter unterstützt. Nach dem Abpfiff klatschte er kurz mit seinen Spielern, den Schiedsrichtern und einigen Leipzigern ab, bevor er in den Stadionkatakomben verschwand, während die Mannschaft noch vor der Kurve feierte.
Sportlich war der Auftritt der Münchner eine Demonstration der Extraklasse. Nach zwei Unentschieden mit insgesamt fünf Gegentoren in den vorangegangenen Spielen setzte sich der Rekordmeister klar durch. Luis Díaz ragte mit drei Toren heraus. Kompany, der die Partie von seinem Platz auf der Bank aus verfolgte, dürfte die Tor-Gala dennoch gefallen haben. Ob er im nächsten Spiel wieder wie gewohnt an der Seitenlinie stehen kann, ist offen. Der Verein äußerte sich zunächst nicht zu einer möglichen Pause des Trainers.
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