Cristiano Ronaldo wirft Nationaltrainer Jorge Jesus Wortbruch vor und bietet Rückkehr an
Cristiano Ronaldo hat sich nach seinem abrupten Abgang aus dem Trainingslager der portugiesischen Nationalmannschaft erstmals geäußert. Der 41-Jährige wirft Trainer Jorge Jesus Wortbruch vor, entschuldigt sich für sein Verlassen des Teams und stellt sich nach einer möglichen Sperre wieder für Länderspiele zur Verfügung.
Cristiano Ronaldo hat sein Schweigen beendet und mit einem ausführlichen Statement auf Instagram für neuen Zündstoff rund um seinen überraschenden Abgang aus dem Quartier der portugiesischen Nationalmannschaft gesorgt. Der Fußball-Superstar wirft Nationaltrainer Jorge Jesus Wortbruch vor und bietet gleichzeitig die Fortsetzung seiner Länderspielkarriere an – allerdings erst nach einer möglichen Sperre durch den portugiesischen Verband.
«Ich beschloss, das Trainingslager zu verlassen, ohne auf einen weiteren Wortbruch zu warten. Für mich ist die Wahrheit nach wie vor das Wichtigste in der Beziehung zwischen Menschen», schrieb Ronaldo. Zugleich entschuldigte sich der 41-Jährige dafür, dass er das Team verlassen habe. «Trotz des absoluten Vertrauensbruchs seitens des Trainers – was Zeugen dieser Gespräche bestätigen können – hätte ich das nicht tun dürfen. Die Verantwortung liegt allein bei mir», so Ronaldo. Er habe das Gefühl gehabt, dass sein Verbleib der Mannschaft von diesem Moment an nur geschadet hätte, und habe das getan, was er immer gesagt habe: Wenn er sich nicht mehr als nützlich empfinde, packe er seine Sachen und gehe.
Ronaldo rechnet mit einer Sanktion vonseiten des portugiesischen Verbandes für sein Verhalten. Danach stehe er aber wieder bei Bedarf bereit. «Sollte ich also körperlich fit sein und für meinen Verein spielen – und hoffentlich auch Tore erzielen –, werde ich nach Ablauf einer eventuell gegen mich verhängten Sperre zur Verfügung stehen, um für unsere Nationalmannschaft anzutreten und zu gewinnen; so wie ich es bis heute immer getan habe», erklärte der Rekordnationalspieler.
Hintergrund des Eklats ist Ronaldos Abreise aus dem Trainingslager in der vergangenen Woche. Beim 2:1 im Hinspiel in Norwegen war er nicht eingesetzt worden. Ursprünglich sei ein Einsatz – genauso wie im dritten Spiel – nicht vorgesehen gewesen. Der Coach habe ihn jedoch vor der Partie gebeten, 30 Minuten zu spielen, wozu es nicht kam. Nach einem klärenden Gespräch mit Jesus und Sportdirektor Simão Coutinho sollte der Trainer auf der Pressekonferenz die Angelegenheit eigentlich bereinigen. «Das Auftreten hatte nichts mit unserem Treffen zu tun. Ich hörte Äußerungen und erlebte eine Aggressivität, die ich meiner Meinung nach nicht verdient hatte – eine hochmütige und arrogante Haltung, die er mir gegenüber am Vortag nicht einmal ansatzweise gezeigt hatte», so Ronaldo.
Nationaltrainer Jorge Jesus hatte sich nach der Abreise seines Kapitäns offen für dessen Rückkehr gezeigt. «Für mich ist Cris bei der nächsten Nominierung – sofern er bei Al-Nassr spielt – ein Kandidat für den Kader. Wenn er zurückkehren will, wird er zurückkehren», sagte der 72 Jahre alte Coach, der Ronaldo in der vorigen Saison bei Al-Nassr in Saudi-Arabien trainiert und den Club zur Meisterschaft geführt hatte. Zugleich sprach Jesus von einem Missverständnis, das leicht zu klären sei.
Ronaldo hatte nach der WM in den USA, Mexiko und Kanada bereits das Ende seiner Nationalteamkarriere ins Auge gefasst. «Nach Abschluss des Turniers, noch auf dem Rückflug aus den USA, bat mich der Präsident des Verbandes nachdrücklich, meine Entscheidung zum Abschied zu überdenken, da die FPF wollte, dass ich weitermache», betonte Ronaldo. Auch sei er bei der Suche nach dem neuen Nationaltrainer um eine Meinung zu Jorge Jesus gebeten worden. «Ich teilte dem Verbandspräsidenten mit, dass dies meiner Meinung nach die richtige Wahl wäre», schrieb Ronaldo.
Bislang bestritt der 41-jährige Ronaldo für Portugal 234 Länderspiele, in denen er 146 Tore erzielte – beides Rekordmarken im internationalen Fußball. Titelverteidiger Portugal gewann unterdessen alle vier Nations-League-Spiele in den beiden turbulenten Wochen und steht vorzeitig im Viertelfinale. Womöglich dann wieder mit Superstar CR7.
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