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Radsport: In Pogacars Heimat: Evenepoel bejubelt EM-Titel

Evenepoel gewinnt Straßen-EM in Slowenien nach Sturz und Fotofinish

Remco Evenepoel hat in Slowenien erstmals den Titel als Straßen-Europameister gewonnen. Der Belgier setzte sich nach einem Sturz und einem knappen Fotofinish gegen Giulio Ciccone durch. Bester Deutscher wurde Emil Herzog als Siebter.

Der belgische Radprofi Remco Evenepoel hat zum ersten Mal in seiner Karriere den Titel als Straßen-Europameister gewonnen. Bei der Europameisterschaft in Slowenien setzte sich der 26 Jahre alte Olympiasieger nach 196,3 Kilometern zwischen der Hauptstadt Ljubljana und der Gemeinde Sencur im Fotofinish gegen den Italiener Giulio Ciccone durch. Nach Auswertung der Zielfotos wurde Evenepoel als Sieger bestätigt, nachdem Ciccone ihn kurz vor dem Ziel noch überholt zu haben schien. Dritter wurde Christian Scaroni aus Italien.

Für Evenepoel ist es der erste EM-Titel im Straßenrennen. Im Vorjahr hatte er noch den zweiten Platz belegt. In Abwesenheit des Titelverteidigers Tadej Pogacar, der sich noch von seinem Sturz bei der Vuelta erholt, wurde der Belgier seiner Favoritenrolle gerecht. Pogacar, der in diesem Jahr die Tour de France gewonnen hatte, verfolgte das Rennen als Besucher in seiner Heimat. Das Rennen war von einem Sturz Evenepoels überschattet: Knapp 36 Kilometer vor dem Ziel attackierte der Belgier und wurde von Ciccone verfolgt. Kurz darauf rutschte er in einer bergauf führenden Kurve aus, konnte aber schnell wieder auf sein Rad steigen. Nachdem sich erneut eine kleine Gruppe gebildet hatte, setzten sich Evenepoel und Ciccone wieder ab. Kurz vor dem Ziel überholte der Italiener den Belgier noch einmal, doch Evenepoel kämpfte sich zurück und brüllte seinen Jubel heraus, als er nach der Zieleinfahrt als Sieger bestätigt wurde.

Die Belgier hatten über weite Strecken im Hauptfeld das Tempo bestimmt. Nach dem mehrfach zu bewältigenden Rundkurs in der zweiten Rennhälfte kam es zu dem spannenden Finale. Bester Deutscher war der erst 21 Jahre alte Emil Herzog, der als Siebter überraschte. Zum deutschen Aufgebot gehörten auch der Tour-de-France-Etappensieger John Degenkolb, Maximilian Schachmann und Marco Brenner, der zuletzt bei der Vuelta eine Etappe gewonnen und zuvor die Polen-Rundfahrt für sich entschieden hatte.

Bei dem überraschenden WM-Erfolg des US-Amerikaners Brandon McNulty vor einer Woche in Montreal war Evenepoel nur Zwölfter geworden. Wenige Tage zuvor hatte er zum vierten Mal in Folge den Titel als Zeitfahr-Weltmeister gewonnen. Die Radsport-Saison neigt sich dem Ende entgegen. Am Dienstag steht bei der EM das Mixed-Teamzeitfahren an, einen Tag später folgen die Einzelzeitfahren der Frauen und Männer. Am 10. Oktober steht als letztes großes Event noch die Lombardei-Rundfahrt an.

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Christoph Reichert

Autor

Politischer Korrespondent

Christoph Reichert berichtet für Grenzah über Politik, Gesellschaft, Wirtschaft, Kultur und aktuelle Ereignisse. Der Schwerpunkt liegt auf Prüfung, Kontext und verständlicher Einordnung.

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