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Montag, 28. September 2026

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Klopp und Kimmich weisen van Dijks «Schande»-Vorwurf zurück

Nach dem 1:1 der deutschen Nationalmannschaft gegen die Niederlande in der Nations League verteidigen Bundestrainer Jürgen Klopp und Kapitän Joshua Kimmich das umstrittene Führungstor von Felix Nmecha. Oranje-Kapitän Virgil van Dijk hatte den Treffer als «Schande» bezeichnet, weil die Deutschen den Ball nicht ins Aus gespielt hatten, obwohl sich Brian Brobbey verletzt am Boden befand.

Das 1:1 der deutschen Nationalmannschaft gegen die Niederlande zum Auftakt der Nations League ist sportlich nur die eine Geschichte. Die andere spielt sich nach dem Schlusspfiff ab und dreht sich um das Führungstor der Deutschen, das Oranje-Kapitän Virgil van Dijk als «Schande» bezeichnet hat. Bundestrainer Jürgen Klopp und DFB-Kapitän Joshua Kimmich wiesen den Vorwurf der Unfairness am Freitagabend in den Katakomben der Arena in Amsterdam deutlich zurück.

Die strittige Szene ereignete sich vor dem 1:0 durch Felix Nmecha. Hollands Stürmer Brian Brobbey war ohne gegnerische Einwirkung zu Boden gegangen und blieb auf dem Rasen sitzen. Die deutschen Spieler spielten den Ball dennoch weiter, anstatt ihn ins Aus zu befördern. Kimmich passte nach rechts zu Philipp Treu, dessen Flanke Nmecha zum Treffer verwertete. Beim anschließenden Torjubel kam es zu Rangeleien auf dem Platz. Van Dijk nannte den Treffer anschließend eine «Schande», weil die Deutschen den Ball zuvor nicht ins Aus gespielt hatten.

Klopp konterte auf der Pressekonferenz mit deutlichen Worten. «Es war sicherlich keine Schande», sagte der Bundestrainer. «Das Tor ist vollkommen legitim. Ich habe kein schlechtes Gewissen. Und ich hätte eines, wenn es nicht legitim wäre. Ich hätte es trotzdem genommen, aber hätte ein schlechtes Gewissen. Das habe ich nicht.» Wäre seiner Mannschaft ein solcher Treffer gelungen, hätte er seinen Spielern gesagt, sie müssten weiterspielen, betonte Klopp.

Kimmich beschrieb die Szene aus seiner Sicht: «Ich habe einen Pass zum Philipp gespielt, er hat geflankt – und wir haben ein Tor gemacht.» Der DFB-Kapitän verwies auf die Verantwortung des Schiedsrichters. «Der Schiedsrichter unterbricht das Spiel, vor allem wenn ein Spieler eine Kopfverletzung hat. Es ist die Aufgabe des Schiedsrichters zu erkennen, ob der Spieler seriös verletzt ist.» Er habe «keinen Pfiff gehört, deswegen ging es völlig korrekt weiter», sagte Kimmich.

Nur wenige Meter entfernt stand van Dijk vor den Reportern. Auf Nachfrage zu dessen «Schande»-Vorwurf sagte Kimmich: «Das finde ich keine reflektierte Antwort von ihm.» Klopp ergänzte, gerade in der Verteidigung müsse man weiterspielen. «Haben sie nicht getan. Und wir haben das ganz, ganz toll genutzt mit einer ganz tollen Aktion. Gute Flanke, guter Laufweg. Felix war da, wo er sein muss – und haut den Ball rein.» Van Dijks Reaktion sei überzogen gewesen: «Es war sicher keine Schande, aber aus der Emotion heraus ist immer erstmal alles erlaubt zu sagen.»

Die Diskussion berührt eine Grundsatzfrage des Fußballs: Wann müssen Spieler den Ball ins Aus spielen, wenn ein Gegner verletzt am Boden liegt? Die Regel sieht vor, dass der Schiedsrichter die Partie unterbricht, nicht die Spieler. Genau darauf verwiesen Klopp und Kimmich unisono. Van Dijk, ehemaliger Kapitän Klopps beim FC Liverpool, sah die Szene anders und blieb auch nach der Partie erbost. Der Disput setzte sich in den Katakomben der Arena fort und dürfte die Debatte über Fairplay im Fußball weiter anheizen.

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Franziska Thielmann

Autor

Reporterin

Franziska Thielmann berichtet für Grenzah über Politik, Gesellschaft, Wirtschaft, Kultur und aktuelle Ereignisse. Der Schwerpunkt liegt auf Prüfung, Kontext und verständlicher Einordnung.

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