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Mittwoch, 30. September 2026

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Premier League spricht Manchester City in allen Anklagepunkten schuldig

Eine unabhängige Kommission der Premier League hat Manchester City wegen Verstößen gegen die Finanzregeln zwischen 2009/10 und 2017/18 in allen Anklagepunkten für schuldig befunden. Dem Klub drohen massiver Punktabzug oder sogar der Ausschluss aus der Liga. Manchester City kündigte Berufung an.

Manchester City ist von einer unabhängigen Kommission der Premier League in allen Anklagepunkten wegen Verstößen gegen die Finanzregeln der Liga schuldig gesprochen worden. Das bestätigte die Premier League offiziell. Die Vorwürfe beziehen sich auf den Zeitraum zwischen den Spielzeiten 2009/10 und 2017/18. Es handelt sich um einen der größten Skandale in der Geschichte des englischen Fußballs.

Der Verein hat bis Freitag Zeit, Berufung gegen die Entscheidung einzulegen. Manchester City kündigte bereits an, diesen Schritt zu gehen. In einer Stellungnahme bezeichnete der Klub die Entscheidung als enttäuschend und beteuerte seine Unschuld. Die Kommission habe «eindeutige wesentliche Fehler in rechtlicher Hinsicht sowie bei Grundsätzen und Tatsachen» gemacht, hieß es. Das Urteil sei daher nicht tragfähig.

Die möglichen Sanktionen stehen noch nicht fest. Über das Strafmaß soll in einer weiteren Anhörung vor der unabhängigen Kommission gesondert entschieden werden. Nach Einschätzung von Beobachtern drohen Manchester City ein massiver Punktabzug oder sogar der Ausschluss aus der Premier League. Richard Masters, Chef der Premier League, bezeichnete das Verfahren und die Entscheidung als «den bedeutendsten Fall in der Geschichte der Premier League».

Die unabhängige Kommission bezifferte den Effekt des beanstandeten Modells im betroffenen Zeitraum auf mehr als 900 Millionen Pfund, umgerechnet rund 1,05 Milliarden Euro. Der zehnmalige englische Meister soll seine Einnahmen unter anderem mit Hilfe sogenannter Scheinverträge mit Sponsoren künstlich erhöht und zugleich seine Kosten gedrückt haben. Die Vorwürfe reichen von falschen Angaben zu Finanzen und Sponsoringeinnahmen bis zu unvollständigen Informationen über Trainer- und Spielergehälter. Zudem soll der Verein bei der Aufklärung nicht ausreichend mit der Liga kooperiert haben.

Die Premier League hatte Manchester City im Februar 2023 nach mehrjährigen Ermittlungen angeklagt. Ausgelöst wurden die Untersuchungen durch Enthüllungen der «Football Leaks» im «Spiegel». Der Verein, der seit 2008 Scheich Mansour aus der Herrscherfamilie von Abu Dhabi gehört, wies die Vorwürfe stets zurück. Ende September hatte zuerst das Portal «The Athletic» über den Schuldspruch berichtet. Clubchef Khaldoon Al Mubarak schrieb daraufhin an die Fans, die Zuversicht, die Unschuld des Clubs zu beweisen, sei ungebrochen. Er sieht City im Visier von Gegnern: Es gebe «noch immer viele, die den Aufschwung unseres Clubs untergraben wollen».

Es ist nicht das erste Mal, dass Manchester City bestraft wird. Schon 2020 hatte die UEFA den Klub wegen Verstößen gegen das «Financial Fairplay» für zwei Jahre von den europäischen Wettbewerben ausgeschlossen. Der Internationale Sportgerichtshof CAS hob die Sperre jedoch auf und senkte die Geldstrafe von 30 auf 10 Millionen Euro. Der aktuelle Fall könnte weitreichende Folgen für die Zukunft des Vereins und die Durchsetzung der Finanzregeln in der Premier League haben.

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Christoph Reichert

Autor

Politischer Korrespondent

Christoph Reichert berichtet für Grenzah über Politik, Gesellschaft, Wirtschaft, Kultur und aktuelle Ereignisse. Der Schwerpunkt liegt auf Prüfung, Kontext und verständlicher Einordnung.

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