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Wolfsburg verschenkt Sieg in Nürnberg: erneut 4:4 nach wilder Nachspielzeit

Der VfL Wolfsburg gibt beim 1. FC Nürnberg eine 2:0-Pausenführung aus der Hand und kommt am Ende nur zu einem 4:4. Trainer Strobl und Kapitän Wahl kritisieren die zweite Halbzeit scharf.

Der VfL Wolfsburg hat im Zweitliga-Topspiel beim 1. FC Nürnberg eine 2:0-Pausenführung verspielt und am Ende nur ein 4:4 erreicht. Für den Bundesliga-Absteiger fühlt sich der späte Punktgewinn wie eine Niederlage an. «Es fühlt sich nicht so an, als hätten wir einen Punkt gewonnen, obwohl es in letzter Sekunde war», sagte Trainer Tobias Strobl nach dem wilden Remis.

Dabei hatte im ersten Durchgang alles nach einem klaren Auswärtssieg ausgesehen. Die Wolfsburger waren den Hausherren deutlich überlegen und gingen durch Treffer von Kapitän Hauke Wahl in der 12. Minute und Muhammed Damar in der 29. Minute mit 2:0 in Führung. Vor 44.028 Zuschauern hätten die Gäste zur Pause sogar mit drei oder vier Toren führen können, doch Yannick Gerhardt vergab allein vor dem Nürnberger Tor gleich zweimal klare Großchancen.

Nach dem Seitenwechsel kippte die Partie. Nürnbergs Piet Scobel traf in der 52. und 59. Minute, Mohamed Ali Zoma brachte die Gastgeber in der 63. Minute erstmals in Führung. Die Wolfsburger verloren den Zugriff auf das Spiel und kassierten nach Angaben von Trainer Strobl in der zweiten Halbzeit eine Zweikampfquote von nur 38 Prozent – der schlechteste Wert der gesamten Saison. «Wir haben die Zweikämpfe nicht mehr gewonnen. Wir hatten nicht mehr diese Bereitschaft und uns ein bisschen zu sehr auf unsere Qualität verlassen», kritisierte Kapitän Wahl.

In der Schlussphase wurde es dann dramatisch. Zunächst glich Joker Alessio Besio für den VfL in der ersten Minute der Nachspielzeit aus. Der eingewechselte Giannis Masouras brachte Nürnberg in der sechsten Minute der Nachspielzeit erneut in Führung, ehe Besio mit seinem zweiten Treffer in der neunten Minute der Nachspielzeit den Schlusspunkt zum 4:4 setzte. «Topspiel stand drauf, Topspiel war dann auch drin», sagte Strobl. «Und ja, es ist verrückt.»

Dennoch überwog bei den Niedersachsen der Ärger. Bereits beim 4:4 gegen Energie Cottbus hatte Wolfsburg eine Führung aus der Hand gegeben. «Das sind Dinge, die schon wiederholt passiert sind und die wir schleunigst abstellen müssen», forderte Wahl. Trainer Strobl kündigte eine interne Aufarbeitung an: «Wir müssen intern darüber reden, warum wir in der zweiten Halbzeit nicht genauso scharf sind wie in der ersten Halbzeit.»

In der Tabelle verpasste es der VfL, bis auf zwei Zähler an die zweitplatzierten Nürnberger heranzurücken und auf Rang drei zu klettern. Zusätzlich wurde Fabian Reese erneut von den gegnerischen Fans ausgepfiffen. «Das können wir nicht beeinflussen», sagte Strobl. «Das gehört dann irgendwie gerade dazu und dann müssen wir es so hinnehmen, wie es ist, und mehr kann ich dazu auch nicht sagen.»

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Elena Mertens

Autor

Nachrichtenredakteurin

Elena Mertens berichtet für Grenzah über Politik, Gesellschaft, Wirtschaft, Kultur und aktuelle Ereignisse. Der Schwerpunkt liegt auf Prüfung, Kontext und verständlicher Einordnung.

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