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Среда, 29. Июль 2026Deutschland · Europa · Welt
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Technologie

Bundeskabinett verabschiedet neue Start-up-Strategie mit Fokus auf Verteidigung

Die Bundesregierung will mit einer neuen Strategie verhindern, dass erfolgreiche Start-ups ins Ausland abwandern. Im Fokus stehen erstmals Sicherheit und Verteidigung, der Ausbau des Deutschlandfonds und Maßnahmen gegen den Fachkräftemangel.

Bundeskabinett verabschiedet neue Start-up-Strategie mit Fokus auf Verteidigung
Bundeskabinett: Risikokapital und Verteidigung: Die neue Start-up-Strategie
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Die Bundesregierung will junge, innovative Unternehmen künftig gezielt in ihrer Wachstumsphase unterstützen und dabei erstmals den Bereich Sicherheit und Verteidigung in den Mittelpunkt staatlicher Förderung rücken. Das ist der Kern der neuen „Startup- und Scaleup-Strategie“ der schwarz-roten Koalition, die das Bundeskabinett am heutigen Mittwoch verabschieden soll. Ziel ist es, zu verhindern, dass erfolgreiche Gründungen bei ihrer internationalen Expansion ins Ausland abwandern, wie es in dem Strategiepapier heißt, das der Deutschen Presse-Agentur vorliegt.

Ein zentrales Element der Strategie ist die Ausweitung des Deutschlandfonds, eines Förder- und Absicherungsprogramms, das durch staatliche Garantien das Investitionsrisiko abfedert. Damit sollen bis zu 130 Milliarden Euro an privatem Kapital für Zukunfts- und Infrastrukturprojekte in Deutschland mobilisiert werden. Die Regierung plant zudem, Wagniskapital-Investitionen stärker in der Altersvorsorge zu verankern und Stiftungen zu erleichtern, in Start-ups zu investieren. Bürokratieabbau steht ebenfalls auf der Agenda: Das Projekt „Schneller Gründen“ soll Verwaltungsprozesse durchgängig digitalisieren, während auf europäischer Ebene eine einheitliche Rechtsform für Unternehmen grenzüberschreitende Aktivitäten erleichtern soll.

Der Handlungsbedarf wird durch das aktuelle Start-up-Barometer der Beratungsgesellschaft EY untermauert. Zwar verzeichnete der deutsche Markt im ersten Halbjahr 2026 mit rund 5,3 Milliarden Euro an eingesammeltem Risikokapital einen Anstieg von 14 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Gleichzeitig sank die Anzahl der Finanzierungsrunden jedoch um elf Prozent. Investoren stecken ihr Geld zunehmend in vermeintlich sichere Wetten und wenige Mega-Deals mit einem Volumen von über 50 Millionen Euro, sodass junge und kleine Start-ups im Wettbewerb um Kapital oft das Nachsehen haben. Genau hier setzt die Strategie an, um das Fundament der Gründerszene in der Breite zu stärken und den Kapitalzugang entlang aller Wachstumsphasen robuster aufzustellen.

Besonders deutlich wird die Verzahnung von politischer Prioritätensetzung und Marktrealität im Technologiesektor. Technologiegetriebene Start-ups sind laut EY-Report die absoluten Lieblinge der Investoren, wobei neben dem Bereich Hardware auch Start-ups aus dem Verteidigungssektor mit Zuflüssen in Höhe von 579 Millionen Euro im ersten Halbjahr ein gewaltiges Interesse auf sich ziehen. Die Bundesregierung reagiert auf diese geopolitische und wirtschaftliche Dynamik, indem sie ein spezielles Direktbeteiligungsvehikel für Start-ups aus der Sicherheits- und Verteidigungsindustrie auflegt und den Zugang zu öffentlichen Aufträgen für junge Technologiefirmen erleichtert.

Da selbst die innovativsten Start-ups für ihr rasantes Wachstum dringend hoch qualifizierte Fachkräfte benötigen, adressiert das Papier abschließend auch den Fachkräftemangel. Durch flexiblere Kündigungsregeln für hoch vergütete Arbeitsverhältnisse und attraktivere steuerliche Rahmenbedingungen für die Mitarbeiterkapitalbeteiligung sollen deutsche Start-ups im globalen Kampf um die besten Talente künftig deutlich wettbewerbsfähiger agieren können. Die Strategie ist ein umfassender Ansatz, der von der Finanzierung über Bürokratieabbau bis hin zur Fachkräftesicherung reicht und die Weichen für eine nachhaltige Stärkung des Gründungsstandorts Deutschland stellen soll.