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Среда, 29. Июль 2026Deutschland · Europa · Welt
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EU verhängt 890 Millionen Euro Strafe gegen Google

Die Europäische Kommission hat gegen Google eine Strafe von 890 Millionen Euro verhängt. Der US-Konzern habe mit seiner Suchmaschine und dem App-Marktplatz Google Play Wettbewerbsregeln verletzt und Konkurrenten benachteiligt. Die Entscheidung könnte erneute Spannungen mit der US-Regierung auslösen.

EU verhängt 890 Millionen Euro Strafe gegen Google
Internet-Riese: EU verhängt hohe Millionen-Strafe gegen Google
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Die Europäische Kommission hat gegen den US-Internetkonzern Google eine Geldstrafe in Höhe von 890 Millionen Euro verhängt. Die Brüsseler Wettbewerbshüter werfen dem Unternehmen vor, mit seiner Suchmaschine und dem App-Marktplatz Google Play gegen EU-Wettbewerbsregeln verstoßen zu haben. Konkret habe Google eigene Angebote wie Sportergebnisse, Hotelsuche oder Routenplanung in den Suchergebnissen bevorzugt dargestellt und damit Konkurrenzdienste benachteiligt.

Nach Angaben der EU-Kommission wurden Googles eigene Produkte etwa durch optisch hervorgehobene Darstellungen wie eingefärbte Boxen mit Spielpaarungen bei der Fußball-Weltmeisterschaft prominenter angezeigt als die Angebote von Drittanbietern. Zudem habe der Konzern App-Entwickler bei Google Play zu stark daran gehindert, günstigere Angebote auf anderen Plattformen zu bewerben. Entwicklern sei es etwa nicht ausreichend ermöglicht worden, auf bessere Preise in anderen App-Stores zu verweisen.

Die EU-Kommission verlangt von Google neben der Zahlung der Strafe auch konkrete Änderungen an seinen Diensten. So müssten in den Suchergebnissen künftig Drittanbieter-Dienste fair und ohne Diskriminierung im Vergleich zu Googles eigenen Angeboten erscheinen. Die Kommission begrüßte zugleich, dass Google bereits Änderungen an der Darstellung seiner Dienste vorgeschlagen habe und diese teste. App-Entwickler sollen zudem technisch und vertraglich die Möglichkeit erhalten, Angebote auf anderen Internetseiten oder App-Stores zu bewerben.

Google kritisierte die Entscheidung der EU-Kommission scharf. Der Konzern erklärte, die Auflagen machten täglich genutzte Dienste kaputt. Um die Vorgaben zu erfüllen, müsse Google Echtzeit-Suchfunktionen entfernen, die europäische Verbraucher schätzten, wie etwa sofortige Preisangebote und direkte Verfügbarkeitsinformationen für Hotels, Flüge und Restaurants. Auch bei Google Play müssten Sicherheitsfunktionen abgebaut werden. Leidtragende seien europäische Unternehmen und Verbraucher. Regulierung solle Produkte verbessern und nicht schlechter machen, so das Unternehmen.

Die Strafe könnte politische Spannungen mit der US-Regierung auslösen. US-Präsident Donald Trump hatte die europäischen Digitalgesetze in der Vergangenheit wiederholt scharf kritisiert. Nach einer Milliardenstrafe gegen Google im September 2025 wegen Verstößen im Werbegeschäft drohte Trump sogar mit Zöllen. Er beklagte damals, die EU gehe erneut gegen ein großartiges amerikanisches Unternehmen vor, und kündigte an, ein Verfahren für neue Zölle einzuleiten, falls US-Konzerne weiter zur Kasse gebeten würden. Besonders brisant ist der Zeitpunkt der verhängten Strafe, da an diesem Freitag der zeitliche Rahmen für von den USA erhobene Einfuhrzölle ausläuft. Theoretisch kann Trump das gleiche Handelsgesetz heranziehen, um auf Basis eines anderen Paragrafen neue Zölle zu verhängen.

Die Google-Mutter Alphabet gilt in der EU nach dem Gesetz über digitale Märkte (Digital Markets Act, DMA) als sogenannter Torwächter. Das bedeutet, dass das Unternehmen mit seinen Angeboten ein wichtiges Zugangstor zu Verbrauchern darstellt und besonderen Pflichten unterliegt, um einen fairen Wettbewerb auf digitalen Märkten sicherzustellen. Hintergrund ist die Befürchtung, dass große Plattform-Betreiber so mächtig geworden sind, dass sie ihre Marktposition zementieren könnten.

Google hat nun 60 Tage Zeit, die von der EU-Kommission geforderten Änderungen umzusetzen. Sollte das Unternehmen die Auflagen nicht fristgerecht erfüllen, drohen regelmäßige Strafen von bis zu fünf Prozent des weltweiten Umsatzes. Google kann sich gegen die Strafe vor Gericht wehren. In der Vergangenheit führten ähnliche Entscheidungen der EU-Kommission zu langwierigen Gerichtsprozessen. Erst Anfang des Monats bestätigte der Europäische Gerichtshof eine Rekord-Wettbewerbsstrafe aus dem Jahr 2018 in Höhe von 4,1 Milliarden Euro. Google habe Herstellern von Android-Smartphones und Mobilfunkanbietern illegale Beschränkungen auferlegt, um die Marktdominanz seiner Suchmaschine zu stärken, urteilten die Richter.