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Dienstag, 15. September 2026

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Digitale Zeitreise: Zurück in die 80er! KI-Trend macht es möglich

KI-Trend versetzt Social-Media-Nutzer in die 80er Jahre

Ein neuer KI-Trend auf Social Media lässt Nutzer sich selbst in die 1980er Jahre versetzen. Während funky Outfits und wilde Frisuren für Unterhaltung sorgen, wächst die Kritik am hohen Wasser- und Energieverbrauch von KI-Rechenzentren.

Ein neuer Trend auf Social Media sorgt für Aufsehen: Nutzerinnen und Nutzer lassen sich mithilfe künstlicher Intelligenz in die 1980er Jahre versetzen. Der Ablauf ist denkbar einfach. Man lädt ein Foto von sich hoch und bittet den Chatbot, eine Version zu erstellen, die zeigt, wie man in den 80er Jahren ausgesehen hätte. Viele der Beteiligten haben diese Zeit selbst gar nicht erlebt. Das Ergebnis sind Bilder mit schrillen Outfits, wilden Frisuren und Accessoires, die typisch für das Jahrzehnt sind.

Die KI-generierten Porträts zeigen die Menschen mit Vokuhila-Frisuren, Schnauzbärten, viel Jeans, grellen Trainingsjacken und pinkfarbenen Stirnbändern. Statt Ketten tragen sie plötzlich Kassetten um den Hals. Manche Nutzer gehen noch weiter und bitten die KI, ein bestimmtes Auto in den Hintergrund zu stellen. Unterlegt werden die Posts mit 80er-Hits wie «Cheri Cheri Lady» von Modern Talking. Der Trend ist nicht der erste seiner Art. Bereits zuvor ließen sich Social-Media-Nutzer von KI im Stil von Tim und Struppi zeichnen oder in Szenen verwandeln, die an Studio-Ghibli-Filme erinnern.

Doch der aktuelle Trend stößt auch auf Kritik. Eine Nutzerin schreibt: «Jeden Monat gibt es einen neuen KI-Trend und wir verschwenden Wasser, nur um ein süßes Bild zu machen, während Wasservorräte buchstäblich verrinnen.» Diese Sorge ist nicht unbegründet. Eine Studie der University of California und der University of Texas aus dem Jahr 2024 berechnete, dass allein für das Training des im Vergleich zu heutigen Modellen leistungsschwächeren ChatGPT-3 rund 5,4 Millionen Liter Wasser verbraucht wurden. 700.000 Liter davon entfielen allein auf die Kühlung der Rechenzentren.

Weitere Nutzer schließen sich der Kritik an und verweisen auf den hohen Energieverbrauch von Rechenzentren für künstliche Intelligenz sowie die Umweltauswirkungen der exzessiven Nutzung. Der Trend verdeutlicht eine wachsende Debatte über die Ressourcen, die für KI-Anwendungen benötigt werden. Während die Bilder für viele Nutzer vor allem Spaß und Nostalgie bedeuten, rückt der ökologische Fußball der Technologie zunehmend in den Fokus.

Einige reagieren auf den Trend jedoch auf ganz andere Weise. Sie haben Wege gefunden, in die 80er Jahre einzutauchen, ganz ohne KI. Zum Beispiel, indem sie sich entsprechend verkleiden oder einfach Bilder ihrer Eltern posten. Diese Alternativen zeigen, dass Nostalgie nicht zwingend mit hohem Ressourcenverbrauch einhergehen muss. Der aktuelle KI-Trend ist somit nicht nur ein Beispiel für die Kreativität von Social-Media-Nutzern, sondern auch ein Anlass, über die Kosten und den Nutzen künstlicher Intelligenz nachzudenken.

Elena Mertens

Autor

Nachrichtenredakteurin

Elena Mertens berichtet für Grenzah über Politik, Gesellschaft, Wirtschaft, Kultur und aktuelle Ereignisse. Der Schwerpunkt liegt auf Prüfung, Kontext und verständlicher Einordnung.

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