Roboter aus China unterbietet 100-Meter-Weltrekord von Usain Bolt
Beim Auftakt der World Humanoid Robot Games in Peking ist ein Roboter des chinesischen Teams X-Humanoid die 100 Meter in 9,39 Sekunden gelaufen und hat damit die Bestzeit von Usain Bolt unterboten. Die Veranstaltung läuft noch bis zum 26. August.
Ein humanoider Roboter aus China hat beim Auftakt der Weltmeisterschaft humanoider Roboter in Peking den bestehenden Weltrekord über 100 Meter unterboten. Der Roboter des chinesischen Teams X-Humanoid absolvierte die Strecke während der Eröffnungsfeier der World Humanoid Robot Games in 9,39 Sekunden und blieb damit unter der Bestzeit von 9,58 Sekunden, die der jamaikanische Sprinter Usain Bolt 2009 aufgestellt hatte. Nach dem Zieleinlauf prallten mehrere Roboter spektakulär in eine Schutzwand, wie Fernsehbilder zeigten.
Bereits im Vorfeld der Veranstaltung hatte ein Roboter des chinesischen Smartphone-Herstellers Honor die Marke des Jamaikaners übertroffen. Das Modell mit dem Namen „Blitz“ lief nach Angaben des chinesischen Staatsfernsehens die 100 Meter in 9,32 Sekunden. Zudem hatte „Blitz“ im April die von einem Menschen gelaufene Bestzeit im Halbmarathon über rund 21 Kilometer mit 50 Minuten und 26 Sekunden deutlich unterboten.
Die zweite Ausgabe der Roboter-Weltmeisterschaft findet noch bis zum 26. August in der olympischen Eisschnelllaufhalle in Peking statt. Die Organisatoren erwarten mehr als 660 Teams mit insgesamt mehr als 2.000 Robotern aus 16 Ländern. Die meisten Teilnehmer kommen aus China und stammen von Unternehmen und Universitäten. Zu den 51 Disziplinen zählen neben dem Sprint auch Weitsprung, Gewichtheben, Tischtennis und Fußball. Darüber hinaus treten die Maschinen in alltagsnahen Szenarien wie Haushaltsaufgaben, Rettungseinsätzen und Fertigungslinien gegeneinander an.
Chinas Regierung hat die Entwicklung sogenannter verkörperter Künstlicher Intelligenz als Zukunftsindustrie festgelegt. Zahlreiche Firmen und Hochschulen investieren erheblich in die Forschung und den Bau humanoider Roboter. Einige Unternehmen streben den Gang an die Börse an, um Kapital von Investoren einzusammeln. Der Roboterbauer Unitree sorgte zuletzt mit einem rasanten Börsenstart in Shanghai für Schlagzeilen, nachdem die Aktie bei ihrem Debüt um 629 Prozent gestiegen war. Auch andere Hardware- und KI-Unternehmen aus Bereichen wie Halbleitern und Robotik, die Peking gezielt fördert, hatten zuvor starke Börsengänge hingelegt.
Mit diesen Anstrengungen will China technologische Abhängigkeiten vom Ausland verringern und neue Wachstumsmotoren aufbauen. Auch die USA gelten als führend in der Entwicklung humanoider Roboter. Der Trend zieht inzwischen Firmen aus anderen Branchen an, die in der Robotik mitmischen wollen. Manche Experten vermuten, dass dies am Ende zu Überangebot und Rabattschlachten führen könnte. Eine ähnliche Entwicklung hatte es in China bereits in der Elektroauto-Industrie gegeben.




