Zum Inhalt springen
Среда, 29. Июль 2026Deutschland · Europa · Welt
Grenzah

Nachrichten über Grenzen hinweg — präzise, nah und im Zusammenhang.

Technologie

SAP senkt Gewinnausblick trotz starkem Cloudwachstum

Der Softwarekonzern SAP hat seine Prognose für das operative Ergebnis gesenkt, obwohl der Cloudumsatz weiterhin kräftig wächst. Grund für die Anpassung sind höhere Kosten im Zusammenhang mit Unternehmenszukäufen.

SAP senkt Gewinnausblick trotz starkem Cloudwachstum
Softwarehersteller: SAP senkt Gewinnausblick — Wachstum dennoch stark
Grenzah AudioBereit
0:00 / 0:00

Europas größter Softwarehersteller SAP hat seinen Ausblick für das operative Ergebnis gesenkt, obwohl der Cloudumsatz weiterhin stark wächst. Das Unternehmen begründete die Anpassung am Mittwoch mit höheren Kosten, die durch mehrere Unternehmenszukäufe entstanden sind. Der operative Gewinn werde nun voraussichtlich niedriger ausfallen als ursprünglich erwartet, teilte der Konzern mit.

Der Cloudumsatz von SAP legte im zweiten Quartal deutlich zu und übertraf die Erwartungen vieler Analysten. Die Sparte gilt als zentraler Wachstumstreiber für den Konzern, der sein Geschäftsmodell zunehmend von klassischen Softwarelizenzen auf Cloud-Abonnements umstellt. Trotz dieser positiven Entwicklung bleibt das operative Ergebnis hinter der internen Planung zurück, was vor allem auf Integrationskosten und Abschreibungen im Zusammenhang mit jüngsten Akquisitionen zurückzuführen ist.

Zu den Zukäufen, die SAP in den vergangenen Monaten getätigt hat, gehören unter anderem Übernahmen im Bereich der Künstlichen Intelligenz und der Unternehmenssoftware. Diese strategischen Investitionen sollen langfristig das Wachstum beschleunigen, belasten jedoch kurzfristig die Gewinn- und Verlustrechnung. Analysten zeigten sich verhalten optimistisch: Das Cloudgeschäft entwickle sich robust, doch die Kostenbelastung bleibe ein Risikofaktor.

Der Konzern mit Hauptsitz in Walldorf hatte bereits im Frühjahr angekündigt, verstärkt in Cloud-Technologien und KI-Lösungen zu investieren. Die nun gesenkte Gewinnprognose kommt dennoch überraschend, da SAP zuvor von einer stabilen operativen Marge ausgegangen war. Das Unternehmen betonte jedoch, dass die langfristigen Aussichten unverändert positiv seien und die Investitionen notwendig seien, um die Wettbewerbsfähigkeit zu sichern.

Die Aktie von SAP reagierte am Mittwoch mit leichten Kursverlusten auf die Nachricht. An der Frankfurter Börse notierte das Papier zeitweise rund zwei Prozent im Minus. Händler verwiesen auf die gemischte Signallage: Einerseits bestätige das starke Cloudwachstum die strategische Ausrichtung, andererseits trübten die gesenkten Gewinnerwartungen das kurzfristige Bild.

Für das laufende Geschäftsjahr rechnet SAP nun mit einem operativen Ergebnis zwischen 8,6 und 8,9 Milliarden Euro, nach zuvor 9,0 bis 9,3 Milliarden Euro. Der Cloudumsatz soll dagegen weiterhin um rund 25 Prozent zulegen. Die Prognose für den Gesamtumsatz blieb unverändert. SAP beschäftigt weltweit mehr als 100.000 Mitarbeiter und beliefert Unternehmen in über 180 Ländern mit Softwarelösungen für Unternehmensressourcenplanung, Datenmanagement und Geschäftsprozesse.

Branchenbeobachter werten die Entwicklung als typisches Muster für etablierte Softwarekonzerne, die sich im Übergang von Lizenz- zu Abonnementmodellen befinden. Die Umstellung führe zunächst zu Umsatzverschiebungen und höheren Kosten, bevor sich die Margen langfristig verbesserten. SAP sei mit diesem Transformationsprozess nicht allein, ähnliche Effekte zeigten sich auch bei Wettbewerbern wie Oracle oder Microsoft.

Die gesenkte Gewinnprognose ändert nach Einschätzung von Analysten nichts an der grundsätzlichen Attraktivität des Unternehmens. Das Cloudgeschäft wachse dynamisch und die Nachfrage nach digitalen Geschäftslösungen bleibe hoch. Entscheidend werde sein, wie schnell SAP die Kosten aus den Zukäufen in den Griff bekomme und die operative Marge wieder steigern könne.