Stuttgart löst München als smarteste Großstadt Deutschlands ab
Der Digitalverband Bitkom hat seinen „Smart City Index“ aktualisiert. Demnach ist Stuttgart nun die digitalste Großstadt Deutschlands und verdrängt München, das zuvor mehrfach führte. Auch Hamburg bleibt auf dem Podium.
Stuttgart ist einer neuen Erhebung zufolge die smarteste Großstadt Deutschlands. Im aktuellen „Smart City Index“ des Digitalverbands Bitkom erreicht die baden-württembergische Landeshauptstadt 92,8 von 100 möglichen Punkten und verdrängt damit München, das die Rangliste in den vergangenen Jahren mehrfach angeführt hatte. Die bayerische Landeshauptstadt folgt mit 92,0 Punkten auf Rang zwei, dahinter platziert sich Hamburg mit 91,5 Punkten.
Bitkom-Präsident Ralf Wintergerst begründete die Spitzenposition Stuttgarts mit einer umfassenden Digitalisierungsstrategie. Stuttgart sei die einzige Großstadt, die in allen untersuchten Bereichen überdurchschnittlich abschneide, sagte er. „Sie liefert in der Verwaltung ebenso wie bei Mobilität, Energie, Infrastruktur und Bildung.“ München und Hamburg blieben dennoch Vorreiter in vielen Feldern und hätten sich ebenfalls weiterentwickelt.
Für den Index untersuchte der Verband mehr als 14.400 Datenpunkte in 83 Städten mit mindestens 100.000 Einwohnerinnen und Einwohnern. Berücksichtigt wurden die Themenfelder Verwaltung, IT und Kommunikation, Energie und Umwelt, Mobilität sowie Gesellschaft und Bildung. In die Bewertung flossen unter anderem die Verfügbarkeit von Breitbandanschlüssen, digitale Bürgerdienste und Sharing-Angebote im Nahverkehr ein.
In der Spitzengruppe gab es im Vergleich zum Vorjahr deutliche Verschiebungen. Nürnberg verbesserte sich um vier Plätze auf Rang vier, verpasste mit 91,3 Punkten jedoch knapp das Podium. Düsseldorf stieg um einen Platz auf Rang fünf. Köln rutschte um zwei Ränge auf Platz sechs ab, während Hannover mit Rang sieben seine Position hielt. Bochum fiel um drei Plätze auf Rang acht, Leipzig blieb mit 85,9 Punkten Neunter. Aachen arbeitete sich um sechs Plätze auf Rang zehn vor und erreichte 85,5 Punkte.
Beim Vergleich der Bundesländer zeigt sich ein umgekehrtes Bild zur Städtewertung. Bayern führt die Länderwertung mit einem Mittelwert von 79,9 Punkten an, gefolgt von Baden-Württemberg mit 78,9 Punkten. Dahinter folgen Hessen (74,1), Niedersachsen (73,6) und Sachsen (73,4). Im Vorjahr hatte noch Baden-Württemberg den Ländervergleich vor Bayern gewonnen. Nordrhein-Westfalen liegt mit 72,1 Punkten unter dem Durchschnitt, holt laut Bitkom jedoch auf.
Die Auswertung zeigt zudem einen deutlichen Zusammenhang zwischen Stadtgröße und Digitalisierungsgrad. Städte mit mehr als einer Million Einwohnerinnen und Einwohnern erreichen im Mittel 87,5 Punkte. Bei Städten zwischen 500.000 und 999.999 Einwohnerinnen und Einwohnern sind es 84,5 Punkte, bei Kommunen unter 150.000 Einwohnerinnen und Einwohnern lediglich 66,8 Punkte. Der Bitkom weist darauf hin, dass die Zahl der untersuchten Großstädte je Bundesland stark variiert: In Nordrhein-Westfalen sind es 30, in Rheinland-Pfalz nur fünf.




