Angebotsmieten steigen so stark wie seit über einem Jahr nicht mehr
Die Mieten für angebotene Wohnungen in Deutschland sind im dritten Quartal um 1,2 Prozent zum Vorquartal gestiegen – der stärkste Anstieg seit Anfang 2025. Besonders gefragt sind Bestandswohnungen, die stärksten Zuwächse gab es in Berlin und Düsseldorf.
Die Mieten für angebotene Wohnungen in Deutschland sind im dritten Quartal 2026 so stark gestiegen wie seit mehr als einem Jahr nicht mehr. Wie das Kiel Institut für Weltwirtschaft mitteilte, verteuerten sich die Angebotsmieten ohne Berücksichtigung der Inflation um 1,2 Prozent im Vergleich zum Vorquartal. Es ist der kräftigste Zuwachs seit dem ersten Quartal des vergangenen Jahres.
Im zweiten Quartal hatten die nominalen Angebotsmieten laut dem Institut noch um 0,8 Prozent zum Vorquartal zugelegt. Die neuesten Zahlen markieren damit eine leichte Beschleunigung der Mietpreisdynamik. «Die Mietpreisdynamik nimmt wieder leicht zu», sagte Wohnungsmarktexperte Jonas Zdrzalek vom Kiel Institut.
Besonders gefragt sind derzeit Bestandswohnungen, also bereits bewohnte Wohnungen, die in der Tendenz günstiger sind als Neubauwohnungen. Deren Preise entwickelten sich im Vergleich zu Neubauten überdurchschnittlich stark. Das Kiel Institut wertet für seinen Mietpreisindex Greix fortlaufend die Angebotsmieten in 37 Städten und Regionen aus, darunter die 30 bevölkerungsreichsten Städte Deutschlands. Der Index gibt daher vor allem einen Überblick über die Entwicklung in Großstädten. Er setzt sich aus Immobilienmarktdaten aus mehr als 100 Quellen zusammen.
Unter den acht größten deutschen Städten fielen die Anstiege in Berlin und Düsseldorf am deutlichsten aus. In Berlin legten die Angebotsmieten um 2,1 Prozent zu, in Düsseldorf um 2,0 Prozent. Im Vorjahresvergleich, der saisonale Effekte auf dem Wohnungsmarkt ausklammert, lagen die Mieten von Juli bis September ohne Inflationsbereinigung 3,7 Prozent höher als im Vorjahreszeitraum.
Die stärkste Jahresveränderung unter den großen Städten verzeichnete Hamburg mit einem Plus von 6,7 Prozent. Auch außerhalb der acht größten Städte zogen die Mieten spürbar an: In Bochum, Augsburg und Mannheim lagen die Zuwächse zwischen 5,0 und 6,3 Prozent. Gründe für die unterschiedliche Entwicklung in den einzelnen Städten nannte das Institut nicht.
Die aktuellen Zahlen deuten darauf hin, dass sich der Wohnungsmarkt in den deutschen Großstädten weiter anspannt. Die Nachfrage konzentriert sich dabei zunehmend auf günstigere Bestandswohnungen, während Neubauwohnungen offenbar weniger stark nachgefragt werden. Für Mieterinnen und Mieter bedeutet der beschleunigte Anstieg der Angebotsmieten eine zusätzliche finanzielle Belastung, insbesondere in den ohnehin teuren Metropolen.
Das Kiel Institut für Weltwirtschaft beobachtet die Mietpreisentwicklung seit Jahren und veröffentlicht mit dem Greix regelmäßig Daten zum Wohnungsmarkt. Der Index basiert auf einer breiten Datenbasis und gilt als wichtiger Indikator für die Preisentwicklung in deutschen Großstädten. Die nächsten Zahlen zum vierten Quartal werden zeigen, ob sich der Aufwärtstrend fortsetzt.
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