Bundesbank erwartet hohe Inflation bis ins nächste Jahr
Die Deutsche Bundesbank rechnet wegen der Rekordpreise für Energie mit einem anhaltend hohen Preisdruck. Die Inflationsrate dürfte auch im kommenden Jahr deutlich über dem Zielwert der Europäischen Zentralbank liegen.
Die Deutsche Bundesbank geht davon aus, dass der starke Preisdruck in Deutschland noch länger anhalten wird. Wie die Notenbank mitteilte, rechnet sie für die kommenden Monate mit einer anhaltend hohen Inflationsrate, die sich voraussichtlich bis ins nächste Jahr hineinziehen wird. Als wesentliche Ursache gelten die Rekordpreise für Energie, die Verbraucherinnen und Verbraucher sowie Unternehmen gleichermaßen belasten.
Die Energiepreise waren in den vergangenen Monaten massiv gestiegen. Vor allem die Kosten für Heizöl, Gas und Kraftstoffe haben sich deutlich erhöht und treiben die allgemeine Teuerungsrate nach oben. Diese Entwicklung schlägt sich nicht nur direkt in den Haushaltskassen nieder, sondern wirkt sich auch auf viele andere Wirtschaftsbereiche aus. Unternehmen geben die gestiegenen Kosten für Energie zunehmend an ihre Kunden weiter, was den Preisdruck zusätzlich verstärkt.
Für die Europäische Zentralbank (EZB) ist die anhaltend hohe Inflation eine besondere Herausforderung. Ihr Ziel ist eine Teuerungsrate von mittelfristig zwei Prozent im Euroraum. Davon ist die aktuelle Entwicklung deutlich entfernt. Die Bundesbank als nationale Notenbank Deutschlands hat in diesem Zusammenhang bereits mehrfach betont, dass sie die Geldpolitik der EZB unterstützt und die Preisentwicklung genau beobachtet. Eine schnelle Entspannung ist nach Einschätzung der Bundesbank jedoch nicht in Sicht.
Die hohe Inflation trifft insbesondere einkommensschwache Haushalte hart. Steigende Preise für Lebensmittel und Energie verringern die Kaufkraft der Verbraucher. Viele Menschen müssen einen größeren Teil ihres Einkommens für Grundbedürfnisse aufwenden, was den Konsum insgesamt dämpfen könnte. Auch die Unternehmen spüren die Folgen: Höhere Energiekosten belasten die Produktion und können Investitionen bremsen. Die Bundesbank sieht darin ein Risiko für die wirtschaftliche Erholung nach der Corona-Pandemie.
Die Notenbank hatte bereits in der Vergangenheit darauf hingewiesen, dass die Inflationsrate im laufenden Jahr voraussichtlich deutlich über vier Prozent liegen dürfte. Für das kommende Jahr erwartet sie zwar eine leichte Entspannung, jedoch auf weiterhin hohem Niveau. Eine Rückkehr zu stabilen Preisen werde Zeit brauchen, hieß es aus Frankfurt. Die Bundesbank mahnt daher zu Geduld und verweist auf die Wirkungsverzögerung geldpolitischer Maßnahmen.
Für die Verbraucher bedeutet das, dass sie sich auf weiterhin steigende Preise einstellen müssen. Ob und wann sich die Lage entspannt, hängt maßgeblich von der Entwicklung der Energiepreise ab. Sollten die Kosten für Öl und Gas weiterhin hoch bleiben, dürfte auch die Inflation länger erhöht bleiben. Die Bundesbank will die Entwicklung daher weiterhin aufmerksam verfolgen und ihre Prognosen regelmäßig anpassen.
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