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Dienstag, 20. Oktober 2026

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Randale: Unruhen in Frankreich: Handelskette Carrefour kappt Prognose

Carrefour senkt Prognose wegen Unruhen in Frankreich

Die französische Supermarktkette Carrefour kappt ihre Jahresziele. Grund sind die gewaltsamen Ausschreitungen und Plünderungen bei den Protesten gegen hohe Lebenshaltungskosten, die Kunden fernhalten und die Kosten erhöhen.

Die französische Supermarktkette Carrefour hat ihre Prognose für das laufende Geschäftsjahr gesenkt. Als Grund nennt der Konzern die anhaltenden Unruhen in Frankreich, die von gewaltsamen Ausschreitungen und Plünderungen begleitet werden. Die Proteste gegen hohe Lebenshaltungskosten hatten am Wochenende in mehreren Städten zu schweren Straßenschlachten geführt. Für den Einzelhandel hat das nun spürbare wirtschaftliche Folgen.

Konzernchef Alexandre Bompard sprach in einer Mitteilung von einer «beispiellosen Situation» für das Unternehmen in Frankreich. Es herrsche «große Unsicherheit» darüber, wie sich die Konsumausgaben entwickeln und unter welchen Bedingungen die eigenen Filialen wieder öffnen können. «Da wir nun in die entscheidende Jahresendphase für den Einzelhandel eintreten, hat diese Situation erhebliche Auswirkungen auf die Konsumausgaben – die ohnehin schon durch steigende Energiekosten unter Druck stehen», sagte Bompard.

Konkret erwartet Carrefour für das Gesamtjahr nur noch einen stabilen oder leicht wachsenden bereinigten Gewinn pro Aktie. Bisher war der Händler von einem «hohen einstelligen Wachstum» ausgegangen. Zusätzlich kappte das Unternehmen seine Ziele für das Jahr 2026, unter anderem mit Blick auf die Marge des wiederkehrenden Betriebsergebnisses und die Investitionsausgaben. Die Aktie des Einzelhandelsriesen geriet unter Druck.

Die Unruhen hatten am Wochenende landesweit stattgefunden. Neben den Protesten gegen die hohen Lebenshaltungskosten kam es zu schweren Ausschreitungen und Plünderungen. Auch in der Nacht zum Montag blieb die Lage angespannt, insbesondere in Paris. Örtlich begrenzte Ausgangssperren wurden verhängt. Nach Angaben des Innenministeriums wurden mehr als 2.400 Personen festgenommen und fast 1.000 Beamte verletzt. Die Protestbewegung der Gelbwesten rief für den kommenden Samstag zu neuen Demonstrationen auf.

Frankreichs Premierminister Sébastien Lecornu kündigte eine umfangreiche Mobilisierung der Polizei an. Die Regierung steht unter Druck, die Lage zu beruhigen. Für den Handel sind die Ausschreitungen ein schwerer Schlag: Kunden bleiben aus, das Vertrauen der Verbraucher sinkt, und die Kosten steigen. Carrefour ist mit seinen Filialen und Einkaufszentren stark vom französischen Binnenmarkt abhängig und damit besonders betroffen.

Die Entwicklung zeigt, wie schnell soziale Unruhen auf die Wirtschaft eines Landes durchschlagen können. Der Einzelhandel lebt von Planbarkeit und stabilen Kundenströmen. Wenn Geschäfte geplündert werden und Kunden aus Angst fernbleiben, geraten selbst große Konzerne unter Druck. Die Jahresendphase, in der der Handel einen großen Teil seines Gewinns erwirtschaftet, ist für Carrefour besonders kritisch. Ob sich die Lage beruhigt, hängt auch von der Politik ab. Die angekündigte Polizeimobilisierung und die Ausgangssperren sollen die Ordnung wiederherstellen. Für Carrefour bleibt die Unsicherheit vorerst groß.

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Dominik Zimmermann

Autor

Wirtschaftsanalyst

Dominik Zimmermann berichtet für Grenzah über Politik, Gesellschaft, Wirtschaft, Kultur und aktuelle Ereignisse. Der Schwerpunkt liegt auf Prüfung, Kontext und verständlicher Einordnung.

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