Deutsche Elektroexporte legen im Juli um 11,9 Prozent zu
Die deutsche Elektro- und Digitalindustrie hat ihre Ausfuhren im Juli deutlich gesteigert. Das Wachstum wird vor allem vom EU-Binnenmarkt getragen, während das China-Geschäft erneut schrumpft.
Die deutsche Elektro- und Digitalindustrie hat das zweite Halbjahr mit einem kräftigen Exportplus begonnen. Im Juli lieferte die Branche Waren im Wert von 23,5 Milliarden Euro ins Ausland und damit 11,9 Prozent mehr als im Vorjahresmonat. Wie der Branchenverband ZVEI mitteilte, konnte das Expansionstempo nach bereits starken ersten sechs Monaten damit sogar noch etwas gesteigert werden.
Für den Zeitraum von Januar bis einschließlich Juli summierten sich die Ausfuhren auf 162,9 Milliarden Euro. Das entspricht einem Plus von 9,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Fast 90 Prozent des Exportwachstums gehen nach Angaben des Verbandes auf den Handel mit den Partnerländern in der Europäischen Union zurück. In den ersten sieben Monaten wurden Waren im Wert von 90,1 Milliarden Euro in die EU geliefert, 17 Prozent mehr als vor Jahresfrist.
«Es ist das Geschäft mit dem gemeinsamen Binnenmarkt, welches das diesjährige Wachstum der Branchenausfuhren treibt», erklärte ZVEI-Chefvolkswirt Andreas Gontermann. Die Zahlen unterstreichen die Bedeutung des europäischen Binnenmarktes für die deutsche Elektroindustrie, die zu den wichtigsten Exportbranchen des Landes zählt.
Auch außerhalb der EU liefen die Geschäfte zuletzt in vielen Ländern gut. Im Juli gab es einen deutlichen Anstieg im wichtigen Exportmarkt USA. Trotz bestehender Zollschranken lagen die Elektroausfuhren in die Vereinigten Staaten mit einem Volumen von 2,7 Milliarden Euro um 23,3 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats. Gontermann führt diese Entwicklung auf den KI-Boom sowie auf statistisch weitgehend herausgewachsene Zoll-Einmaleffekte zurück.
Schwierig bleibt hingegen das Geschäft mit China. Die Exporte dorthin sackten erneut ab. Im Juli wurden Waren im Wert von 1,8 Milliarden Euro nach China geliefert, 10,8 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. «Im Gegensatz zu den Lieferungen in die USA, die sich aufgrund des KI-Booms sowie der inzwischen statistisch weitgehend herausgewachsenen Zoll-Einmaleffekte erholen, entwickelt sich das Geschäft mit China weiterhin schwach», fasste Gontermann zusammen.
Die unterschiedliche Entwicklung in den beiden größten Märkten außerhalb der EU zeigt, wie stark die Exportaussichten der Branche von der Nachfrage nach KI-Komponenten und der Zollpolitik abhängen. Während das US-Geschäft von der anhaltenden Investitionswelle in Rechenzentren und Halbleitertechnik profitiert, fehlt in China eine vergleichbare Dynamik. Für die deutsche Elektroindustrie bleibt der europäische Binnenmarkt damit die entscheidende Stütze des Wachstums.
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