Deutschlandticket wird ab Januar 2027 teurer: Preis steigt auf 66,80 Euro
Der Koordinierungsrat hat erstmals den Preis für das Deutschlandticket per Formel berechnet. Ab dem 1. Januar 2027 kostet das Abo 66,80 Euro. Auch Job- und Semesterticket werden teurer. NRW-Verkehrsminister Krischer kritisiert die Erhöhung.
Das Deutschlandticket wird zum 1. Januar 2027 teurer. Der Preis steigt von bisher 63 Euro auf 66,80 Euro. Das hat der sogenannte Koordinierungsrat, in dem die Abteilungsleiter der Verkehrsministerien von Bund und Ländern sitzen, am Mittwoch beschlossen. Erstmals wurde der Preis nicht politisch ausgehandelt, sondern mit Hilfe einer Formel berechnet. Sie soll künftigen Streit über die Finanzierung vermeiden.
Die Formel orientiert sich an der allgemeinen Kostenentwicklung, etwa bei Personal und Energie. Je stärker die Inflation ausfällt, desto teurer wird das Ticket. Zudem wird berücksichtigt, dass die Ausgleichszahlungen von Bund und Ländern in Höhe von jährlich 3 Milliarden Euro fix sind und nicht dynamisch steigen. Auf diese Weise sollen Fahrgäste und Verkehrsunternehmen frühzeitig Planungssicherheit erhalten. Der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) begrüßte den Beschluss: «Der heutige Beschluss des Koordinierungsrats schafft frühzeitig Klarheit», teilte der Verband mit. Fahrgäste, Verkehrsunternehmen und Verbünde könnten sich «ab sofort auf den neuen Preis von 66,80 Euro ab dem 1. Januar 2027 einstellen».
Neben dem regulären Deutschlandticket werden auch die vergünstigten Varianten teurer. Das Jobticket kostet künftig 63,46 Euro, das Semesterticket 40,08 Euro. Das Deutschlandticket ist ein bundesweit gültiges Monatsabo für Busse und Bahnen im öffentlichen Nah- und Regionalverkehr und monatlich kündbar. Aktuell nutzen es laut VDV rund 14,5 Millionen Menschen. Bei seiner Einführung im Jahr 2024 kostete es 48 Euro, 2025 stieg der Preis auf 58 Euro, in diesem Jahr auf 63 Euro.
Der VDV zeigte Verständnis für die finanzielle Belastung der Fahrgäste. Es sei nachvollziehbar, dass die Preiserhöhung in Zeiten steigender Verbraucherpreise für manche schmerzhaft sei. Zugleich träfen die allgemeinen Kostensteigerungen auch die Verkehrsunternehmen hart. Demgegenüber kritisierte Nordrhein-Westfalens Verkehrsminister Oliver Krischer (Grüne) die Erhöhung. «Die Bundesregierung hat im Koalitionsvertrag Preisstabilität für das Deutschlandticket versprochen», sagte er der «Rheinischen Post». Dass nun ein automatisierter Mechanismus über den Preis bestimme, sei schade für den Erfolg des Tickets. «Je mehr Menschen es nutzen, desto stabiler kann der Preis langfristig bleiben und desto stärker wird das Angebot», betonte Krischer.
Mit der Formel soll verhindert werden, dass jedes Jahr ein politischer Streit über die Finanzierung des Deutschlandtickets ausbricht. Nutzerinnen und Nutzer sollen so sicher sein können, dass das Angebot fortbesteht. Der Koordinierungsrat legt den Preis auf Basis statistischer Daten fest, die die Kostenentwicklung der Verkehrsunternehmen abbilden. Die fixen Ausgleichszahlungen des Bundes und der Länder von 3 Milliarden Euro pro Jahr werden dabei berücksichtigt. Ob die Formel tatsächlich für dauerhafte Ruhe sorgt, wird sich zeigen. Die Kritik von Krischer deutet an, dass die politische Debatte über die Höhe des Ticketpreises und die Finanzierung des öffentlichen Nahverkehrs weitergehen dürfte.
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