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Dienstag, 20. Oktober 2026

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Digitales Ticket für Gelegenheitsfahrer soll bundesweit kommen

Nordrhein-Westfalen und Hamburg schlagen für die Verkehrsministerkonferenz ein neues digitales Fahrscheinangebot vor. Per Smartphone sollen Fahrtbeginn und Fahrtende erfasst und der günstigste Tarif automatisch berechnet werden. Vorbild ist das System eezy.nrw.

Für Gelegenheitsfahrer im öffentlichen Nahverkehr soll bundesweit ein neues digitales Fahrscheinangebot eingeführt werden. Das Ticket soll als Ergänzung zum Deutschlandticket dienen und die Nutzung von Bussen und Bahnen für Menschen vereinfachen, die nur selten fahren. Das geht aus einem Vorschlag der Länder Nordrhein-Westfalen und Hamburg hervor, den sie für die Herbstkonferenz der Verkehrsminister eingebracht haben.

Das Prinzip ist einfach: Per Smartphone werden Fahrtbeginn und Fahrtende registriert. Auf dieser Grundlage wird der günstigste Tarif automatisch berechnet. Fahrgäste zahlen in einem Monat insgesamt aber nicht mehr als für ein Deutschlandticket. Damit soll das Angebot insbesondere für diejenigen attraktiv sein, die nur gelegentlich Bus und Bahn fahren und für die sich das Deutschlandticket bisher nicht lohnt.

Der Antrag sieht vor, eine Arbeitsgruppe einzusetzen, die ein Konzept für das neue Ticketsystem erstellt. Die Verkehrsministerkonferenz beginnt an diesem Mittwoch im bayerischen Hohenschwangau. Vorbild für das Vorhaben ist das Angebot eezy.nrw in Nordrhein-Westfalen, das nach Angaben des nordrhein-westfälischen Verkehrsministeriums ein großer Erfolg ist. Im September seien mehr als 1,4 Millionen Fahrten mit eezy.nrw abgerechnet worden.

NRW-Verkehrsminister Oliver Krischer (Grüne) erläuterte die Idee: «Wer nur gelegentlich Bus und Bahn fährt, muss genauso unkompliziert und zu fairen Konditionen unterwegs sein können wie die Vielfahrer mit dem Deutschlandticket.» Das in Nordrhein-Westfalen bereits funktionierende System könnte bundesweit ausgedehnt werden. «Dann könnten Gelegenheitsfahrer bald in ganz Deutschland einfach und komfortabel im Nahverkehr unterwegs sein», sagte Krischer.

Der Fahrgastverband Pro Bahn unterstützt den Vorstoß. «Das bringt die Leute in den Nahverkehr. Denn es gibt viele, die kaufen sich kein Deutschlandticket, weil sie es kaum gebrauchen können», sagte der Ehrenvorsitzende Detlef Neuß der «Rheinischen Post». Er regte an, Gruppen und Familien in das neue Angebot einzubeziehen.

Das Deutschlandticket für den bundesweiten Regionalverkehr kostet derzeit 63 Euro pro Monat, im kommenden Jahr dann 66,80 Euro. Das neue digitale Ticket soll für Gelegenheitsfahrer eine günstigere Alternative darstellen, ohne dass sie auf die Vorteile eines digitalen Fahrscheins verzichten müssen. Die Verkehrsministerkonferenz berät in dieser Woche über den Vorschlag.

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Elena Mertens

Autor

Nachrichtenredakteurin

Elena Mertens berichtet für Grenzah über Politik, Gesellschaft, Wirtschaft, Kultur und aktuelle Ereignisse. Der Schwerpunkt liegt auf Prüfung, Kontext und verständlicher Einordnung.

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