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Dienstag, 20. Oktober 2026

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EU-Kommission will Fischerei bis 2040 nachhaltiger und wettbewerbsfähiger machen

Die EU-Kommission hat eine Strategie bis 2040 für Fischfang und Aquakultur vorgelegt. Sie setzt auf moderne, klimafreundlichere Flotten, weniger Beifang, mehr Rückverfolgbarkeit und Unterstützung kleiner Betriebe. Konkrete Gesetzesvorschläge fehlen noch.

Die EU-Kommission will Europas Fischerei und Aquakultur in den kommenden 15 Jahren widerstandsfähiger und nachhaltiger aufstellen. Die am Mittwoch in Straßburg vorgestellte Strategie bis 2040 sieht unter anderem moderne und klimafreundlichere Flotten, weniger unerwünschte Beifänge, Unterstützung für kleine Fischereibetriebe, Schutz vor unfairer globaler Konkurrenz sowie eine höhere Nachfrage nach Fisch und Meeresfrüchten aus der EU vor. Konkrete Gesetzesvorschläge stehen allerdings noch aus.

EU-Fischereikommissar Costas Kadis begründete den Kurswechsel mit wachsenden Belastungen für den Sektor. Schwankende Energiekosten, der Klimawandel, rückläufige Fischbestände, der Wettbewerb um Meeresraum und eine alternde Belegschaft setzten die Branche unter Druck, sagte er bei der Vorstellung. Die Strategie ist eine politische Leitlinie; verbindliche Regeln müssten erst noch folgen.

Ein Schwerpunkt liegt auf der Energiewende für Schiffe. Investitionen in effizientere und damit klimafreundlichere Fahrzeuge sollen gefördert werden, um die Abhängigkeit von schwankenden Treibstoffpreisen zu verringern. Zudem will die Kommission gemeinsam mit der Branche neue Lösungen entwickeln, um unerwünschten Beifang zu vermeiden. Die bestehende Pflicht, alle gefangenen regulierten Arten an Land zu bringen, habe nicht die erhofften Ergebnisse gebracht, heißt es in der Mitteilung. Künftig sollen neue Technologien und eine umfassendere Dokumentation der Fänge helfen.

Um Verbraucherinnen und Verbraucher stärker für Produkte aus der EU zu gewinnen, plant die Kommission bis 2029 eine digitale Rückverfolgbarkeit entlang der gesamten Lieferkette. Damit sollen Fisch und Meeresfrüchte aus europäischer Herkunft transparenter und attraktiver werden. Der Sektor beschäftigt nach Angaben der Kommission mehr als 200.000 Menschen in Fischerei und Aquakultur; hinzu kommen zahlreiche weitere Arbeitsplätze in Verarbeitung, Handel und Vertrieb.

Ein weiteres Problem ist der Nachwuchs. «Das Interesse junger Menschen, diesen Beruf zu ergreifen, ist gering», sagte Kadis. Für das kommende Jahr kündigte die Kommission eine eigene Strategie an, um mehr junge Menschen für die Branche zu gewinnen. Damit soll der alternden Belegschaft entgegengewirkt werden.

Die Strategie reiht sich in die Bemühungen der EU ein, Wirtschaftszweige zugleich wettbewerbsfähiger und klimafreundlicher zu machen. Für die Fischerei bedeutet das einen Balanceakt: Die Flotten sollen moderner werden, ohne die Bestände weiter zu belasten. Wie die Vorgaben konkret ausgestaltet werden, wird sich erst mit den angekündigten Gesetzesvorschlägen zeigen. Bis dahin bleibt die Strategie eine Absichtserklärung, an der sich die Kommission in den kommenden Jahren messen lassen muss.

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Franziska Thielmann

Autor

Reporterin

Franziska Thielmann berichtet für Grenzah über Politik, Gesellschaft, Wirtschaft, Kultur und aktuelle Ereignisse. Der Schwerpunkt liegt auf Prüfung, Kontext und verständlicher Einordnung.

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