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Galeria-Miteigentümer Beetz kritisiert Insolvenzantrag und fordert schnellen Umbau

Bernd Beetz, Miteigentümer der insolventen Warenhauskette Galeria, hält den erneuten Insolvenzantrag für vermeidbar und verlangt eine konsequentere Transformation. Der Geschäftsbetrieb in den 83 Filialen läuft vorerst weiter.

Der Miteigentümer der insolventen Warenhauskette Galeria, Bernd Beetz, hat die Geschäftsführung um Tilo Hellenbock für den erneuten Insolvenzantrag scharf kritisiert. In einem Interview mit der «Bild»-Zeitung sagte Beetz, er halte die Insolvenz grundsätzlich für vermeidbar. Die Gesellschafter hätten Galeria in einer schwierigen Lage übernommen und viel Zeit, Energie und eigenes Kapital investiert, um dem Unternehmen eine Zukunft zu geben. Entscheidend wäre gewesen, die notwendige Transformation konsequenter und schneller umzusetzen.

Beetz forderte insbesondere ein stringentes Warenmanagement, eine klare Sortimentsstrategie und eine deutlich stärkere Kundenorientierung. Trotz der aktuellen Krise zeigte er sich optimistisch: «Ein Warenhaus kann auch heute erfolgreich sein – aber nur, wenn es sich deutlich vom Wettbewerb abhebt und operativ exzellent geführt wird.» Personelle Entscheidungen müssten nun anhand der Frage getroffen werden, wer das größte Vertrauen von Gläubigern, Mitarbeitern, Lieferanten und möglichen Investoren genieße. «Es geht nicht um einzelne Personen, sondern darum, die bestmögliche Führung für die nächste Phase sicherzustellen», betonte Beetz.

Galeria hatte jüngst beim Amtsgericht Düsseldorf erneut die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens beantragt. Es ist nach 2020, 2022 und 2024 der vierte Insolvenzantrag innerhalb von sechs Jahren. Der Geschäftsbetrieb in den 83 Filialen soll vorerst weiterlaufen. Infolge der zurückliegenden Insolvenzverfahren wurden bereits zahlreiche Filialen geschlossen. Die Gläubiger verzichteten auf Milliardenforderungen, um der Warenhauskette den Weg aus der Krise zu ermöglichen.

Vor gut zweieinhalb Jahren hatte das Unternehmen, damals noch unter dem Namen Galeria Karstadt Kaufhof, den bislang letzten Antrag gestellt. Vorausgegangen war die Schieflage des damaligen Mutterkonzerns Signa. Seit Sommer 2024 gehört Galeria der US-Investmentgesellschaft NRDC und einer Beteiligungsfirma des Unternehmers Beetz. Die Namen Kaufhof und Karstadt verschwanden aus dem Firmennamen. Galeria verlegte seinen Sitz von Essen nach Düsseldorf.

Die erneute Insolvenz wirft Fragen zur Zukunft des deutschen Warenhausgeschäfts auf. Beetz' Kritik richtet sich an die Geschäftsführung, die seiner Ansicht nach die Transformation nicht energisch genug vorangetrieben hat. Ob der Insolvenzantrag zu einer weiteren Schrumpfung oder gar Zerschlagung führt, ist offen. Klar ist, dass die Gläubiger und mögliche Investoren nun genau prüfen werden, wie es mit Galeria weitergeht. Der Druck auf die Verantwortlichen, schnell tragfähige Lösungen zu präsentieren, ist hoch.

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Elena Mertens

Autor

Nachrichtenredakteurin

Elena Mertens berichtet für Grenzah über Politik, Gesellschaft, Wirtschaft, Kultur und aktuelle Ereignisse. Der Schwerpunkt liegt auf Prüfung, Kontext und verständlicher Einordnung.

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