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Gericht ordnet vorläufiges Insolanzverfahren für Galeria an

Das Amtsgericht Düsseldorf hat das vorläufige Insolvenzverfahren für die Warenhauskette Galeria eröffnet. Zum vorläufigen Insolvenzverwalter wurde Rechtsanwalt Frank Kebekus bestellt. Die rund 12.000 Beschäftigten bangen um ihre Arbeitsplätze, der Geschäftsbetrieb in den 83 Filialen läuft vorerst weiter.

Die Warenhauskette Galeria steckt erneut in einer schweren finanziellen Krise. Das Amtsgericht Düsseldorf hat das vorläufige Insolvenzverfahren für das Unternehmen angeordnet. Das geht aus einer Mitteilung des Gerichts auf dem Portal hervor. Zum vorläufigen Insolvenzverwalter wurde der Rechtsanwalt Frank Kebekus bestellt.

Laut Gerichtsbeschluss (Az.: 502 IN 258/26) ist Kebekus nun ermächtigt, Bankguthaben und sonstige Forderungen von Galeria einzuziehen sowie eingehende Gelder entgegenzunehmen. Der Rechtsanwalt begleitete als Sachwalter bereits die Insolvenzverfahren des Konzerns in den Jahren 2020 und 2022. Für das Unternehmen ist es der inzwischen vierte Insolvenzantrag innerhalb von sechs Jahren.

Die Galeria S.à r.l. & Co. KG hatte am Freitag beim Amtsgericht Düsseldorf die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens beantragt. Ob und welche Standorte schließen müssen, ist derzeit offen. Der Geschäftsbetrieb in den 83 Filialen soll vorerst weiterlaufen. Die rund 12.000 Beschäftigten müssen nun um ihre Arbeitsplätze bangen.

Unklar ist, ob die Beschäftigten Insolvenzgeld erhalten. Das Amtsgericht Essen hat die Planüberwachung für Galeria nach dem letzten Insolvenzverfahren bislang nicht aufgehoben. Im Juni hatte ein Sprecher der Bundesagentur für Arbeit gesagt: «Befindet sich ein Unternehmen weiterhin in der Planüberwachung, kann mit hoher Wahrscheinlichkeit davon ausgegangen werden, dass nicht erneut Insolvenzgeld gezahlt werden kann.» Die Zahlungsunfähigkeit des ursprünglichen Insolvenzfalles dürfe nicht mehr fortbestehen. Bei jeder Prüfung müsse jedoch die konkrete Situation individuell betrachtet werden.

Vor gut zweieinhalb Jahren hatte das Unternehmen, damals noch unter dem Namen Galeria Karstadt Kaufhof, den bislang letzten Insolvenzantrag gestellt. Vorausgegangen war die Schieflage des damaligen Mutterkonzerns Signa. Im Zuge der Insolvenz mussten damals neun der 92 Warenhäuser schließen. Seit Sommer 2024 gehört Galeria der US-Investmentgesellschaft NRDC und einer Beteiligungsfirma des Unternehmers Bernd Beetz. Die Namen Kaufhof und Karstadt verschwanden aus dem Firmennamen.

Die erneute Insolvenz trifft die Warenhauskette in einer Phase, in der der stationäre Einzelhandel in Deutschland ohnehin unter Druck steht. Galeria betreibt derzeit 83 Filialen und beschäftigt rund 12.000 Menschen. Ob einzelne Häuser geschlossen werden, hängt vom weiteren Verlauf des Verfahrens ab. Der vorläufige Insolvenzverwalter Kebekus wird nun die wirtschaftliche Lage prüfen und entscheiden, ob der Geschäftsbetrieb aufrechterhalten werden kann.

Für die Beschäftigten bedeutet der Schritt vorerst Unsicherheit. Sollte kein Insolvenzgeld gezahlt werden, drohen ihnen finanzielle Einbußen. Die Bundesagentur für Arbeit hatte bereits im Juni auf die laufende Planüberwachung hingewiesen, die einer erneuten Zahlung entgegenstehen könnte. Eine endgültige Entscheidung steht noch aus.

Die Geschichte von Galeria ist von wiederkehrenden Krisen geprägt. Nach der Insolvenz des Mutterkonzerns Signa und dem darauffolgenden Eigentümerwechsel im Jahr 2024 schien das Unternehmen zunächst stabilisiert. Nun folgt der vierte Insolvenzantrag innerhalb von sechs Jahren. Branchenkenner beobachten die Entwicklung mit Sorge, da die Warenhauskette als Anker in vielen Innenstädten gilt.

Wie es für Galeria und seine Mitarbeiter weitergeht, ist offen. Das Gericht hat das vorläufige Verfahren angeordnet, der Insolvenzverwalter prüft die Optionen. Die kommenden Wochen werden zeigen, ob der Geschäftsbetrieb fortgeführt werden kann oder ob weitere Standorte schließen müssen.

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Dominik Zimmermann

Autor

Wirtschaftsanalyst

Dominik Zimmermann berichtet für Grenzah über Politik, Gesellschaft, Wirtschaft, Kultur und aktuelle Ereignisse. Der Schwerpunkt liegt auf Prüfung, Kontext und verständlicher Einordnung.

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