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IG Metall wirft VW-Führung Respektlosigkeit vor

IG-Metall-Bezirksleiter Thorsten Gröger kritisiert die Kündigung zahlreicher Tarifverträge bei Volkswagen scharf. Die Belegschaft sei vorab nicht informiert worden, die Presse hingegen schon. Der Konzern plant weltweit den Abbau von 50.000 Stellen.

Die IG Metall hat der Führung von Volkswagen nach der Kündigung zahlreicher Tarifverträge schwere Vorwürfe gemacht. Bezirksleiter Thorsten Gröger bezeichnete das Vorgehen des Konzerns als «respektlos gegenüber den eigenen Beschäftigten» und «verantwortungslos gegenüber dem Unternehmen selbst». Durch die Art und Weise werde ein Konflikt vom Zaun gebrochen, den Volkswagen nicht gebrauchen könne, sagte Gröger dem Deutschlandfunk.

Als Beispiel nannte der Gewerkschafter ein Gespräch über den Zukunftstarifvertrag aus dem Jahr 2024. Die Arbeitnehmervertreter hätten sich einen 50-minütigen Vortrag des Unternehmens angehört, ohne dass darin die Absicht erwähnt worden sei, Tarifverträge zu kündigen. Noch während des Gesprächs habe die Presse bereits über die Pläne berichtet. «Also abermals hat das Unternehmen die Öffentlichkeit vorher wissen lassen, was man eigentlich mit den eigenen Beschäftigten vorhat», kritisierte Gröger. Die Kündigung des Manteltarifvertrags und damit der Rahmenbedingungen für die Beschäftigten sei «ein einmaliger Vorgang in der Geschichte von Volkswagen». Die Interessenvertretung sei auf die Auseinandersetzung vorbereitet.

Volkswagen hatte zuletzt einen Großteil seiner Tarifverträge gekündigt, darunter den wichtigen Manteltarifvertrag. Aus Sicht des Unternehmens sind verschiedene Regelungen in diesen Verträgen mit Blick auf den aktuellen Kostendruck anzupassen. Der Autobauer steht unter erheblichem Sparzwang und will weltweit in den kommenden Jahren rund 50.000 Stellen streichen – zusätzlich zu bisherigen Abbauplänen im Konzern. Die einzelnen Marken und Gesellschaften sind demnach beauftragt, den Stellenabbau auszuplanen. Etwa die Hälfte der geplanten Streichungen könnte deutsche Standorte betreffen. Konkrete Programme müssen aber erst mit den Arbeitnehmern verhandelt werden.

Offen ist zudem die Zukunft mehrerer deutscher Werke. Betroffen sind die VW-Standorte Emden, Hannover und Zwickau sowie der Audi-Standort Neckarsulm. Deren Perspektive über die Jahre 2031 bis 2034 hinaus ist nach Angaben des Unternehmens ungeklärt. Die Kündigung der Tarifverträge und der geplante Stellenabbau dürften die Verhandlungen zwischen Management und Arbeitnehmervertretern weiter verschärfen. Die IG Metall hat bereits deutlich gemacht, dass sie sich gegen die Pläne zur Wehr setzen will.

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Dominik Zimmermann

Autor

Wirtschaftsanalyst

Dominik Zimmermann berichtet für Grenzah über Politik, Gesellschaft, Wirtschaft, Kultur und aktuelle Ereignisse. Der Schwerpunkt liegt auf Prüfung, Kontext und verständlicher Einordnung.

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